Ticket-Chaos: Arminia von Hacker-Angriffen aus Russland und China betroffen

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Rund um das erste Arminia-Heimspiel vor Zuschauern seit fast sechs Monaten ist Chaos ausgebrochen. Nun hat der Verein einen Grund für den Absturz seiner Webseite genannt. - © Wolfgang Rudolf
Rund um das erste Arminia-Heimspiel vor Zuschauern seit fast sechs Monaten ist Chaos ausgebrochen. Nun hat der Verein einen Grund für den Absturz seiner Webseite genannt. (© Wolfgang Rudolf)

Bielefeld (sid). Hans-Jürgen Laufer konnte es selbst kaum glauben. "Scharlatane im Internet gibt es immer. Diese aber kamen tatsächlich aus Russland und China und wollten bei uns was abfischen", sagte der Präsident von Arminia Bielefeld vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel seit elf Jahren: "Das ließ sich eindeutig nachverfolgen."

Was Hacker aus Moskau oder Peking vor dem Gastspiel des 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Angriff auf den Ticket-Server der Arminia bezwecken wollten, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Der Verein verzichtet nach Rücksprache mit der Polizei auf eine Anzeige. Jedenfalls waren alle Systeme wegen "weit mehr als 100.000 Zugriffen abgeschmiert", wie Geschäftsführer Markus Rejek zerknirscht berichtete. Die Euphorie ist zwar für ostwestfälische Verhältnisse recht stattlich, ein Run auf die 5400 Karten war schon zu erwarten. "Aber wir haben nur 14.000 Mitglieder", sagte Laufer, "das konnte gar nicht sein."

Präsident Laufer: "Wir freuen uns wie Bolle"

Vielleicht lässt sich aus der erstaunlichen Kartenposse immerhin eines ersehen: Die Rückkehr der Bielefelder Alm in den Bundesligafußball, 4144 Tage nach dem Abstieg durch ein 2:2 gegen Hannover 96 am 23. Mai 2009, wird auch außerhalb der Stadt- und Landesgrenzen registriert. "Wir freuen uns wie Bolle", sagte Laufer, "ich bin aber auch ein bisschen traurig. Das hätten mehr unserer Fans verdient gehabt."

Für den Präsidenten ist das Spiel doppelt besonders: Die gelungene, ermutigende Bundesliga-Rückkehr seiner Mannschaft bei Eintracht Frankfurt (1:1) hatte er am vergangenen Wochenende verpasst. "Ich habe zu Hause einen Wasserschaden, die Handwerker waren da", sagte er, "das wurde leider nichts." Am Samstag soll ihn nichts und niemand mehr aufhalten. Die Arminia werde ihren Stil kompromisslos durchziehen, "wir werden schon was zeigen. Wir werden das genießen und keinen einzigen Punkt kampflos abgeben. Es bedeutet mir sehr viel, dass es so gekommen ist."

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