Ehemalige Torhüterin lüftet das Geheimnis um einen Zollstock

Oliver König

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Die ehemalige HSG-Torhüterin Anna Monz-Kühn präsentiert den berühmten Zollstock. - © Oliver König
Die ehemalige HSG-Torhüterin Anna Monz-Kühn präsentiert den berühmten Zollstock. (© Oliver König)

Blomberg. Vor fünf Jahren hatte sich Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe erneut für eine Pokalendrunde qualifiziert. Mehr als 4600 Zuschauer sahen in Leipzig den Halbfinal-Auftritt gegen Borussia Dortmund – und eine 26:29-Niederlage. „Letztlich war es knapp", sagt eine, die dabei war: Anna Monz, seit ihrer Heirat Monz-Kühn, hütete das HSG-Tor und wurde zur Spielerin des Spiels gekürt, und sie bekam einen „Überraschungspreis".

„Darüber machen wir in der Familie immer noch einen Scherz", erinnert sich die 31-Jährige, die ihre Karriere im vergangenen Jahr beendet hat. Denn in der Präsenttüte befand sich neben Werbematerialien des Sponsors auch ein Zollstock. „Den habe ich noch", sagt Anna Monz-Kühn mit einem Lächeln, und seit 2016 bringt sie die Wahl einer Spielerin oder eines Spielers der Partie eben immer mit diesem Zollstock in Verbindung. „Das ist bei uns längst zu einem Running Gag geworden."

BVB besser besetzt

Die Chance, den BVB an diesem Tag im Mai 2016 in die Knie zu zwingen, sei da gewesen, ist die Ex-Torhüterin auch jetzt noch überzeugt. „Klar war Dortmund besser besetzt. Wir hätten noch mehrere Tage spielen können, und es hätte nicht gereicht." Fünf Minuten vor dem Ende war die HSG beim 23:24 nah dran, doch Blomberg brachte den Favoriten nur ins Wanken, nicht zum Fallen. „Dabei hatte uns André (Trainer Fuhr, d. Red.) wie immer akribisch vorbereitet, wir waren voll konzentriert", berichtet Anna Monz-Kühn, die bereits im Jahr 2014 im Final Four dabei war, als es die HSG bis ins Finale schaffte. „Da hatte ich eine andere Rolle", sagt sie und erinnert an die starke Leistung ihrer Kollegin Isabell Roch. 2016 gehörte sie mit zum Mannschaftsrat und war bereits in der Vorbereitung anders mit eingebunden. „Und wenn du dann aktiv mehr spielst, ist das schon eine andere Rolle."

"Es kribbelte"

Und das Final Four ist eben immer etwas Besonderes. Das bestätigt Anna Monz-Kühn und blickt zurück: „Du spielst in einer riesigen Halle, da geht richtig ’was. Dann waren viele HSG-Fans dabei und haben ein Event daraus gemacht. Es kribbelte." Die ehemalige Spielerin, die sich zuletzt um das Torwart-Training beim Herren-Landesligisten TSV Hillentrup gekümmert hatte, hat noch viel Kontakt zur jetzigen HSG-Kapitänin Laura Rüffieux. Daher weiß sie: „Die Mannschaft überrascht in dieser Saison positiv, und sie wittert jetzt eine Chance im Pokal. Aber sie dürfte auch gewarnt sein im Halbfinale, denn mit Rosengarten haben wir schon die eine oder andere negative Erfahrung gemacht."

"Ich gönne es den Mädels"

Dass das Turnier diesmal aufgrund der Corona-Pandemie am 15. und 16. Mai in Stuttgart ohne Zuschauer stattfinden müsse, sei natürlich schade. Aber: „Steffen Birkner wird es schaffen, die Truppe gut einzustellen. Das ist ein Highlight. Ich gönne es den Mädels." Anna Monz-Kühn wird dann sicher auch genau hinschauen, was für Sonderpreise vergeben werden. Ob es sich wieder um einen Zollstock handelt?

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