Prozessauftakt: 22-Jähriger soll seine Oma heimtückisch ermordet haben

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Der Angeklagte kommt in den Gerichtsaal des Landgerichtes. Im Prozess gegen den 22-Jährigen wird ihm der Mord an seiner Großmutter vorgeworfen. Er soll die 79-Jährige im Juli in Köln getötet haben, weil diese seinen Lebensstil kritisiert haben soll. - © Federico Gambarini/dpa
Der Angeklagte kommt in den Gerichtsaal des Landgerichtes. Im Prozess gegen den 22-Jährigen wird ihm der Mord an seiner Großmutter vorgeworfen. Er soll die 79-Jährige im Juli in Köln getötet haben, weil diese seinen Lebensstil kritisiert haben soll. (© Federico Gambarini/dpa)

Köln (dpa/lnw) - Er soll seine Oma heimtückisch ermordet haben: Vor dem Kölner Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 22-Jährigen begonnen. Er soll seine Großmutter im Juni in deren Kölner Wohnung getötet haben. Laut Anklage nahm er die 79-Jährige nach einem Streit von hinten in den Schwitzkasten und würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit. Dann soll er ein Küchenmesser geholt und ihr die 20 Zentimeter lange Klinge acht Mal in die Brust gestochen haben. Die alte Frau verblutete. 

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass die Großmutter ihren Enkel des Öfteren wegen seines Lebenswandels kritisiert und als «faulen Hund» bezeichnet hatte. Nach der Tat flüchtete er laut Anklage mit rund 14.000 Euro, die er aus der Kommode seiner Oma gestohlen haben soll. Einen Tag später wurde der Deutsche in einem Münchner Hotel festgenommen.

Konflikte mit Stiefvater, Mobbing in der Schule, fehlende Sozialkompetenz

Am ersten Prozesstag wollte der Angeklagte sich nicht zu den Vorwürfen äußern, beantwortete aber Fragen zu seinem Lebenslauf. Einsilbig und mit langen Pausen erzählte er von Auseinandersetzungen mit seinem Stiefvater, Mobbing in der Schule und seinen Schwierigkeiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Wegen seiner «sozialen Inkompetenz» habe er eine Psychotherapie gemacht, die aber nichts gebracht habe.

Als er nach dem Abbruch seiner Bäckerlehre seine Wohnung verlor, zog er im Februar zu seiner Großmutter. «Ich glaube, dass sie die einzige war, die mich verstand», sagte der Angeklagte. Dennoch habe er kein Vertrauen zu seiner Oma gehabt. Das anfangs gute Verhältnis zu ihr habe sich langsam verschlechtert. «Ich bin nach und nach zu einer Last für sie geworden.» Das Gericht hat für den Prozess noch neun Verhandlungstage bis zum 20. Dezember angesetzt.

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