Alltag im Ausnahmezustand: Weitere Einschränkungen für NRW

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Ein Rollgitter ist am Morgen vor Geschäftsöffnung an einem Modegeschäft in Düsseldorf auf der Königsallee heruntergelassen. - © Martin Gerten/dpa
Ein Rollgitter ist am Morgen vor Geschäftsöffnung an einem Modegeschäft in Düsseldorf auf der Königsallee heruntergelassen. (© Martin Gerten/dpa)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Verbotene Spielplätze, Restaurants im Kurzbetrieb, endgültig geschlossene Schulen - wegen der Corona-Pandemie müssen die Menschen in Nordrhein-Westfalen ihren Alltag ab Mittwoch mit weiteren massiven Einschränkungen meistern. «Die Lage ist jetzt dramatisch», sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in einer Videobotschaft. «Und deshalb mein Appell: Bleiben Sie zu Hause.»

Alle Spiel- und Bolzplätze sind von Mittwoch an gesperrt. In Schulen gibt es nur noch Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, deren Eltern für die kritische Infrastruktur des Landes gebraucht werden. Gaststätten müssen bereits um 15 Uhr schließen. «Es mag reizvoll sein, jetzt bei dem schönen Wetter draußen zu sitzen in Cafés und Restaurants, aber die Lage ist zu ernst», betonte Laschet mit Blick auf Temperaturen bis zu 19 Grad am Mittwoch.

Bis auf einige Ausnahmen sollen ab Mittwoch auch alle Geschäfte geschlossen bleiben. Nicht betroffen sind Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

Das Coronavirus breitete sich im bevölkerungsreichsten Bundesland auch am Dienstag weiter aus. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf 3.375 (Stand: 16.30 Uhr). Am Dienstagmorgen waren es noch rund 300 weniger. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Kreis Heinsberg mit 760 Nachweisen und sechs Todesfällen weiterhin besonders betroffen. In ganz NRW wurden zuletzt zwölf Todesfälle gezählt.

Von den verschärften Maßnahmen gegen das Virus sind auch Urlauber in NRW betroffen: Sie müssen abreisen, weil sie nicht mehr in Hotels und Pensionen übernachten dürfen. Einschnitte auch in der Politik: Der Landtag schränkt seinen parlamentarischen Betrieb drastisch ein.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Dienstag vor Augen geführt, wie gefährlich das Virus ist: Experten gingen davon aus, dass das Coronavirus sechs bis sieben mal so ansteckend sei wie eine normale Grippe. NRW stellt den Angaben nach 150 Millionen Euro Soforthilfen im Kampf gegen die Pandemie bereit. Das Geld soll unter anderem helfen, mehr Beatmungsplätze in Krankenhäusern und mehr Schutzkleidung zu beschaffen.

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Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie im Lievblog.

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