Schön frech: Darum lieben wir «The Marvelous Mrs. Maisel»

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«The Marvelous Mrs. Maisel» - © Foto: -/Amazon Prime/dpa
Rachel Brosnahan (l) als Miriam «Midge» Maisel auf der Sonnenliege. (© Foto: -/Amazon Prime/dpa)

Berlin - Das Timing hätte nicht besser sein können. Im Herbst 2017, auf dem Höhepunkt der #MeToo-Debatte, brachte Amazon eine bemerkenswerte Serie auf den Markt.

«The Marvelous Mrs. Maisel» erzählt die fiktive Geschichte einer Frau, die im New York der 50er Jahre eine völlig verkrustete Männerwelt auf den Kopf stellt.

Rachel Brosnahan spielt Miriam «Midge» Maisel, treusorgende Ehefrau aus der Oberschicht ohne eigene Wünsche an die Welt. Aus heiterem Himmel wird Midge von ihrem Mann verlassen und entdeckt von diesem Moment an eine Seite an sich, die immer da war, aber jetzt nach außen will: ironisch, lustig, frivol, schonungslos gegen sich und andere - kurz gesagt ein Naturtalent in Sachen Comedy. Beim ersten Stand-up-Auftritt ist sie sturzbetrunken, erschreckend ehrlich und hat wenig mehr an als ihren Mantel. Als sie aus Zorn auf ihren Mann dem Publikum ihre nackten Brüste zeigt, wird sie festgenommen.

Das ist der Anfang einer steilen Showkarriere. Gegen erbitterte Widerstände aus der Unterhaltungsbranche kämpft sich Midge nach oben. Nur ihre vierschrötige Managerin Susie Myerson (Alex Borstein) hält zu ihr. Und selbst die verfolgt zuweilen vorwiegend eigene Ziele. Unterdessen gerät Midges Familienleben aus dem Gleichgewicht.

«The Marvelous Mrs. Maisel» heimste eine Reihe von Preisen ein, darunter Emmys und Golden Globes. Den größten Anteil daran dürfte der umwerfende freche Charme von Rachel Brosnahan haben. Die Serie ist aber auch aus vielen anderen Gründen extrem sehenswert. Da sind die ausgezeichneten Dialoge zu nennen, die hochkarätigen Nebendarsteller («Monk» Tony Shalhoub spielt Midges Vater Abe Weissman), die dichte historische Ausstattung, die Feelgood-Atmosphäre. Die erste Staffel gehört mit 4,9 von 5,0 Punkten zu den bestbewerteten Amazon-Videos.

Die Serie traf aber auch bei vielen Zuschauerinnen einen Nerv. Die Erfinderin Amy Sherman-Palladino, die schon mit den «Gilmore Girls» TV-Geschichte geschrieben hat, fasste den Plot so zusammen: «Ich wollte die Geschichte einer Frau erzählen, die sich am Ziel ihrer Wünsche wähnt und um die herum dann alles zerbricht. Und mitten in diesem Chaos entdeckt sie einen Ehrgeiz und den Drang etwas auszusprechen in sich. Und eine Stimme meldet sich zu Wort, von der sie nichts gewusst hat.»

Eine vierte Staffel ist schon angekündigt.

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