Durchatmen: Kurze Erholung nach dem Hitzehoch

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Hitze in Deutschland - © Foto: Kay Nietfeld
Eine Passantin erfrischt sich in einer Wasserfontäne vor dem Reichstag in Berlin. Nicht nur die Hauptstadt schwitzt. (© Foto: Kay Nietfeld)

Offenbach - Deutschland könnte an diesem Mittwoch tropische Hitze um die 40 Grad erleben. Hoch «Ulla» dürfte besonders im Südwesten die Temperaturen hochtreiben, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte.

«Im Saarland und im Rheintal kratzen wir an der 40 Grad-Marke», sagte der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. In Nordrhein-Westfalen und im Norden sollen die Temperaturen dagegen etwas zurückgehen. Dort waren in Düsseldorf am Dienstag 36,8 Grad gemessen worden - bisher Höchsttemperatur 2019. In Düsseldorf mussten dann auch Rettungskräfte zum Flughafen-Bahnhof ausrücken, weil mitten in der größten Hitze die Klimaanlagen in zwei Regionalzügen gestört waren. Die Bahn hatte selbst die Einsatzkräfte informiert. «Wir machen das vorsorglich», sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen aber nicht.

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Der Hochsommer ist da und bringt Deutschland ins Schwitzen. Vor allem Senioren macht das zu schaffen - aber wieso eigentlich? «Das hat zunächst einen physiologischen Grund: Ältere Menschen haben deutlich weniger Wasser im Organismus, dafür etwas mehr Fett», sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Hans Jürgen Heppner. Außerdem hätten ältere Menschen von Haus aus ein geringeres Durstgefühl - warum das so ist, sei noch nicht abschließend erforscht, sagt Heppner. «Sie müssen im höheren Alter eher nach einem Stundenplan trinken als nach Durst.» Erschwerend hinzu komme, dass viele Senioren Medikamente nehmen, die zu einer erhöhten Ausscheidung von Flüssigkeit führen.

Der Wassermangel kann den Blutkreislauf und die Versorgung, etwa des Gehirns, mit wichtigen Mineralien stören. So erklärt sich auch, dass viele dehydrierte Menschen verwirrt oder geistesabwesend wirken. Mindestens eineinhalb Liter empfiehlt Heppner daher an Hitzetagen zu trinken - zusätzlich zu dem was man zum Essen trinkt. «Am besten Mineralwasser, eine Brausetablette oder ein isotonisches Getränk.»

Wird nun ein historischer Hitze-Rekord aufgestellt? «Ausschließen kann man es nicht. Aber es ist nicht das wahrscheinlichste Szenario», meinte Friedrich. Den Rekord in Deutschland hält das bayerische Kitzingen: Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius.

Allerdings sind die Werte für den Frühsommer sehr hoch. Deshalb ist wahrscheinlicher, dass ein Allzeit-Juni-Rekord aufgestellt wird. Für den Monat wurde der höchste Wert am 27. und 28. Juni 1947 mit 38,5 Grad im baden-württembergischen Bühlertal gemessen.

Am Donnerstag wird es dem DWD zufolge ein starkes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd geben. Während in Hamburg nur noch Werte um die 20 Grad erwartet werden, ist es etwa am Oberrhein weiterhin brütend heiß mit Temperaturen von 37 bis 38 Grad. Und im Südwesten ist auch kaum Änderung in Sicht. Laut der aktuellen Prognosen des DWD bleiben die Temperaturen bis zum 4. Juli tagsüber oberhalb der 30-Grad-Marke.

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