Deutschland nimmt immer mehr Ukrainer auf

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Geflüchtete aus Kriegsgebiet in Berlin - © Foto: Paul Zinken/dpa
Geflüchtete Meneschen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet stehen nach ihrer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof. (© Foto: Paul Zinken/dpa)

Berlin - Immer mehr Menschen aus der Ukraine suchen Schutz vor dem Krieg. Bis Mittwoch waren nach Angaben der Vereinten Nationen bereits eine Million Menschen vor den russischen Angriffen aus dem Land geflohen.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR stellt sich auf bis zu vier Millionen Flüchtende ein. Nicht alle wollen in den Nachbarländern bleiben.

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Das Bundesinnenministerium zählte zuletzt 5000 registrierte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland. Da an den EU-Binnengrenzen keine Grenzkontrollen stattfinden, könnte die Zahl aber schon wesentlich höher sein.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte derweil den Kommunen in Deutschland Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine zu. «Natürlich müssen wir - Bund und Länder gemeinsam - dort finanziell die Kommunen entlasten», sagte die SPD-Politikerin am Mittwochabend in einem ARD-«Brennpunkt».

Faeser plädierte dafür, das von der EU geplante unbürokratische Verfahren für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auch für dort lebende Menschen mit anderer Nationalität anzuwenden. Ein Vorschlag der EU-Kommission sehe dies auch für Menschen vor, die einen gesicherten Aufenthalt in der Ukraine haben - also beispielsweise für Studierende.

Hilfsgüter

In der Bevölkerung wächst die Solidarität. Decken, Hygieneartikel, Kleider - vielerorts sammeln Hilfsorganisationen und private Initiativen Sachspenden. «Seit unserem Aufruf am Freitag bis heute sind Hunderte Kisten mit dringend benötigten Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Einweg-Geschirr, Kleidern und mehr zusammengekommen», steht etwa auf der Internetseite des Awo-Bezirkverbands in Potsdam.

Im bayerischen Moosinning sollte am Mittwoch ein Konvoi aus rund 40 Fahrzeugen mit gut 100 Helfern voraussichtlich zur polnisch-ukrainischen Grenze aufbrechen, wie Helfer des Vereins Helferschwein mitteilten. Daneben hatten sich in Bayern mehr als 50 Busunternehmer gemeldet, gesammelte Hilfsgüter in ukrainische Nachbarländer zu bringen.

In Ulm luden am Dienstag Dutzende Menschen Hilfsgüter für Geflüchtete in Busse. Hunderte Tüten mit Kleidung, Toilettenpapier und Decken stapelten sich vor dem Ulmer Münster und auf dem Münsterplatz. Mit vier Bussen sollten die Hilfsgüter an die Grenze zur Ukraine in die Slowakei gebracht werden, wie die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis (SPD) sagte. Auf dem Rückweg sollen mit den Bussen Geflüchtete aus der Ukraine nach Ulm gebracht werden.

Schlafplätze

Vielerorts in Deutschland wollen Menschen privat Kriegsflüchtlinge bei sich aufnehmen. Es stehen aber auch viele Sammelunterkünfte bereit. In Schwerin zum Beispiel sind ukrainische Frauen und Kinder überwiegend in einer Jugendherberge untergekommen. In Hannover wird eine Messehalle als Notunterkunft eingerichtet. Zunächst sollen 800 Menschen darin Platz finden, später dann 400 weitere. In Berlin sollen laut Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) im Laufe der Woche neue Unterbringungsmöglichkeiten entstehen, etwa in einem sanierten Haus, das für die Unterbringung von Saison-Arbeitskräften gedacht war.

Kostenlose Bahnfahrten - Hilfe auf dem Bahnsteig

Die Deutsche Bahn erlaubt Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis, kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland zu nutzen. In Berlin trafen am Dienstagabend rund 1300 Geflüchtete mit mehreren Zügen aus Polen ein. Helfer versorgten die Menschen am Bahnhof mit Lebensmitteln, Wasser, Masken und Hygieneartikeln. Freiwillige organisieren auch Fahrten zu anderen Zielen, in Ankunftszentren oder zu Privatleuten.

Am Frankfurter Hauptbahnhof erwarteten am Dienstag Mitarbeiter des Jugend- und Sozialamts, des Gesundheitsamts, der Bundespolizei und der Bahnhofsmission die Geflüchteten. Der Sportverein Makkabi Frankfurt hatte angekündigt, Eintreffende in Hotels unterbringen und verpflegen zu wollen.

Wie viele Menschen werden kommen?

«Wir können im Moment nichts zu den erwarteten Zahlen in Deutschland sagen», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am späten Dienstagabend in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Die Innenminister der Länder signalisierten am Dienstag nach einer Besprechung eine große Bereitschaft zur Aufnahme. An diesem Donnerstag treffen sich die EU-Innenminister, um über die Flüchtlinge und ihren Status zu beraten. Faeser hatte sich dafür ausgesprochen, eine EU-Richtlinie für den Fall eines «Massenzustroms» von Vertriebenen in Kraft zu setzen. Konkret könnte Vertriebenen dadurch ohne langwieriges Asylverfahren unverzüglich vorübergehender Schutz gewährt werden.

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