Henkel-Kraftwerk soll Wärme in Fernwärmenetz einspeisen

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Der Konsumgüterkonzern Henkel will industrielle Abwärme aus seinem eigenen Kraftwerk in das Fernwärme-Netz der Stadtwerke Düsseldorf einspeisen. Henkel und die Stadtwerke besiegelten am Dienstag einen entsprechenden Vertrag. Künftig sollen bis zu 40 Prozent der Fernwärme für zwei Stadtteile in Düsseldorf über Wärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung des Henkel-Kraftwerks gedeckt werden. Das Kraftwerk verfügt laut Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur über eine Bruttoleistung von knapp 83 Megawatt und wird mit Erdgas und Heizöl betrieben.

Im Gegenzug können die Stadtwerke den Erdgasverbrauch in ihrem Gaskraftwerk erheblich reduzieren. «Die CO2-Emissionen der Stadt Düsseldorf sinken um etwa 6500 Tonnen jährlich», teilte Henkel mit. Der Leitungsbau beginnt voraussichtlich im November 2022, die Abwärme soll spätestens Ende 2024 eingespeist werden. Über das finanzielle Volumen der Vereinbarung wurde nichts bekannt. Zuvor hatte die «Westdeutsche Zeitung» darüber berichtet.

Nach Angaben des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) würden sehr viele Unternehmen gern ihre Abwärme in Versorgungsnetze einspeisen und damit nutzen. «Allerdings ist dies je nach regionalen Gegebenheiten nur sehr unterschiedlich möglich», sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Ein ähnliches Projekt ist in Hamburg geplant. Dort will die Kupferhütte Aurubis ab der Heizperiode 2024/25 rund 20.000 Haushalte mit CO2-freier Industriewärme aus einem Nebenprozess der Kupferproduktion beliefern.

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