Psychiater bestreitet Missbrauch einer Patientin

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Der Angeklagte (M) sitzt im Amtsgericht in Düsseldorf. - © Martin Höke/dpa
Der Angeklagte (M) sitzt im Amtsgericht in Düsseldorf. (© Martin Höke/dpa)

Ein 63-jähriger Psychiater hat als Angeklagter
in Düsseldorf vor Gericht bestritten, eine Patientin sexuell
missbraucht zu haben. Der 63-Jährige war Oberarzt an einer Essener
Klinik. Er räumte private Treffen außerhalb der Klinik und eine
Beziehung mit der inzwischen 33-jährigen Frau zwar ein. Ein
Arzt-Patienten-Verhältnis habe in diesem Zeitraum aber nicht mehr
bestanden, betonte er am Donnerstag am Amtsgericht.

Das mutmaßliche Opfer, eine Apothekerin, war im März 2020 für eine
Gesprächstherapie zu dem Arzt gekommen. Der Mediziner und die Frau
kannten sich. «Ich habe schon seit Jahren Kontakt zu der Familie.»

In der Folge kam es laut Anklage im Zeitraum zwischen April und Juni
2020 bei mehreren Therapietreffen zu sexuellen Kontakten unter
Ausnutzung des Behandlungsverhältnisses. Die Frau hatte später
Anzeige erstattet.

Während der Therapie habe er jede Annäherung der Patientin abgewehrt
und sie zur Weiterbehandlung an eine Kollegin verwiesen, sagte
dagegen der Angeklagte.

Dass der Psychiater ihr trotzdem weiterhin Rezepte und eine ärztliche
Bescheinigung ausgestellt hat, gab er zu: «Sie ist keine klassische
Patientin, da tue ich das. Wenn mich Freunde um einen Gefallen
bitten, dann stelle ich Rezepte und Bescheinigungen aus.»

Das mutmaßliche Opfer soll am nächsten Verhandlungstag als Zeugin
gehört werden. Bei einer Verurteilung droht dem Psychiater eine
Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Der Prozess wird
am 10. November fortgesetzt.

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