Mehrere NRW-Großstädte planen Böllerverbotszone an Silvester

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Hinweisschilder auf Videoüberwachung und Böllerverbot hängen am Zugang zur Altstadt in Düsseldorf. - © Martin Gerten/dpa/Archiv
Hinweisschilder auf Videoüberwachung und Böllerverbot hängen am Zugang zur Altstadt in Düsseldorf. (© Martin Gerten/dpa/Archiv)

In mehreren Großstädte Nordrhein-Westfalens soll es an Silvester aus Sicherheitsgründen eine Böllerverbotszone geben. Von den zehn größten Städten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes haben dies Köln, Düsseldorf und Bielefeld vor, wie eine dpa-Umfrage ergab. Gerade Köln und Düsseldorf rechnen mit vielen Besuchern in der Innenstadt zum Jahreswechsel. Sie stellen sich auch personell mit dem Ordnungsdienst auf die Silvesterfeiern ein. Andere Großstädte verweisen auf die allgemeinen Beschränkungen zum Abbrennen von Feuerwerk und auf die veränderte Corona-Situation, nachdem es an Silvester der beiden Vorjahre pandemiebegründete Einschränkungen gab.

In Köln werde eine Böllerverbotszone voraussichtlich in der Dimension des vergangenen Jahres eingerichtet, sagte ein Sprecherin der größten Stadt des Bundeslandes. Näheres werde noch zwischen den Ordnungs- und Sicherheitsbehörden abgestimmt. Wie groß der Andrang zu Silvester sein wird, hänge auch von der Corona-Situation ab. «Sollten die Zahlen niedrig sein und es daher keine Beschränkungen geben, rechnen wir mit einem Andrang wie vor der Pandemie», hieß es. Dementsprechend würden Maßnahmen und der Personaleinsatz geplant. Silvester 2019 etwa sah das Sicherheitskonzept eine feuerwerksfreie Zone im Umfeld des Kölner Doms ab 18.00 Uhr vor. In diesen Bereich dürften keine Böller, Raketen oder anderes Feuerwerk wie Wunderkerzen mitgenommen werden. Ab 22.00 Uhr galt dann ein erweiterter böllerfreier Bereich in Köln.

In Düsseldorf werde es auch in diesem Jahr zum Jahreswechsel ein Mitführ- und Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Altstadt geben, sagte eine Sprecherin der Landeshauptstadt. Es soll vom 31. Dezember 20.00 Uhr bis 1. Januar 6.00 Uhr gelten. Derzeit werde davon ausgegangen, dass die Altstadt wieder von zahlreichen Personen zum Feiern aufgesucht wird. Das Ordnungsamt wird mit «angemessenem Kräfteeinsatz» Präsenz im Altstadtbereich zeigen, sagte sie weiter. In der am Samstag im Amtsblatt veröffentlichten Allgemeinverfügung wurde die Böllerverbotszone erneut mit Sicherheitsaspekten wie Tausenden Menschen auf engem Raum und nicht ausreichendem Abstand begründet. Die Stadt verwies dabei unter anderem auf Verletzungen durch Feuerwerk in zurückliegender Zeit und darauf, dass selbst Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beworfen worden seien.

«Die Stadt Bielefeld plant auch dieses Jahr wieder, wie in den Vorjahren, über Silvester eine Böllerverbotszone am Boulevard per Allgemeinverfügung anzuordnen», sagte ein Sprecherin der Stadt. Diese werde in Abstimmung mit der Polizei vorbereitet. Am Boulevard sei mit einem Andrang zu rechnen. Außerdem sei die Bebauung eng und es gebe dort viele Lokale. «Das kann durch große Menschenansammlungen zu gefährlichen Situationen führen», erläuterte sie den Hintergrund.

Die Stadt Essen verweist auf grundsätzliche Regeln wie etwa, dass das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe zu Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden wie Reetdach- und Fachwerkhäusern sowie Tankstellen ganzjährig verboten sei. Ein großer Andrang in der Essener Innenstadt werde nicht erwartet. Es gebe keine zentralen Feierlichkeiten zu Silvester. Es sei eher von dezentralen Feiern in den Stadtteilen auszugehen, sagte die Sprecherin der Stadt weiter.

Auch Münster verweist auf die allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zu Feuerwerk. Diese hätten in Münster bisher ausgereicht, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Weitergehende Regelungen seien nach derzeitigem Kenntnisstand in Münster nicht erforderlich. Eine Böllerverbotszone sei nicht geplant.

In Wuppertal werde es auch in diesem Jahr keine gesonderte Böllerverbotszone geben, sagte ein Sprecher der Stadt. Das Böllern konzentriere sich nicht auf einen besonderen Platz, erläuterte er.

Die Stadt Bonn beabsichtigt nach Angaben einer Sprecherin, «angesichts der derzeit geltenden Coronaschutzverordnung des Landes NRW und der aktuellen Infektionslage nicht, in diesem Jahr über Silvester ein «Böllerverbot» zu verhängen.» Gerade bei Treffen im Freien seien Einschränkungen zum Schutz vor Corona derzeit nicht gerechtfertigt. Diese Einschätzung füge sich auch in das Gesamtbild der derzeitigen Regelungen ein, die ja auch größere private Silvesterpartys und Silvesterveranstaltungen in Innenräumen ohne Personenbegrenzungen zum Infektionsschutz zuließen.

Auch Bochum verweist auf die veränderten Vorgaben. «Die bisherigen Böllerverbote basierten auf expliziten Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie oder besonderer Erlass- oder Rechtslage», sagte ein Sprecher. Traditionell kämen auf Plätze in der Innenstadt am Silvesterabend Menschen zusammen. Der Personaleinsatz der Ordnungskräfte werde wie in den Jahren vor der Pandemie geplant.

Duisburg plant derzeit keine Böllerverbotszone. «Wir erwarten in der Altstadt keinen großen Andrang», fügte ein Sprecher der Stadt hinzu. Das sei auch bereits vor der Pandemie so gewesen.

In Dortmund liefen aktuell noch Gespräche zu den Planungen und Vorbereitungen auf Silvester, sagte ein Sprecher der Stadt.

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