Polizei wartet weiter auf 1200 Bodycam-Akkus

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Eine Polizistin der Streifenpolizei führt eine Bodycam vor. - © Oliver Berg/dpa/Archivbild
Eine Polizistin der Streifenpolizei führt eine Bodycam vor. (© Oliver Berg/dpa/Archivbild)

Die Polizei in NRW wartet noch immer auf 1200 neue Bodycam-Akkus. Bislang sei eine erste Charge mit 2000 Ersatzakkus geliefert worden, so das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD). Wegen der «globalen Lieferengpässe» stehe der Rest noch aus. Die Polizeibehörden waren am 10. August informiert worden, dass es Probleme mit Akkus gibt.

Eine Überprüfung ergab, dass rund ein Drittel der 9000 Bodycams in NRW betroffen ist. Die Akkus können sich demnach leicht aufblähen, wodurch ein kleiner Spalt entsteht. Im August rechnete man damit, alle Akkus binnen vier bis sechs Wochen ausgewechselt zu haben. Wann die fehlenden 1200 Akkus (Stückpreis 30 Euro) ankommen, ist laut LZPD unklar. Auch wenn die betroffenen Geräte nicht verwendet werden können, gebe es keinen Engpass. In Summe hätten die Präsidien genug.

Die Nachricht der defekten Akkus war wenige Tage nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 16-Jährigen in Dortmund bekannt geworden. Bei dem umstrittenen Einsatz waren die Bodycams der Beamten nicht eingeschaltet. Mit den defekten Akkus hatte das nichts zu tun. Nach aktuellem Ermittlungsstand waren die Kameras aus, weil der Einsatz zunächst als Suizidversuch lief. Als die Situation kippte, hatten die Beamten im Stress offenbar nicht daran gedacht, sie anzuschalten.

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