Studie: Schadstoffbelastung durch Weichmacher gesunken

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Bei Kindern sind die Schadstoffbelastungen durch sogenannte Weichmacher nach Angaben des Umweltministeriums von Nordrhein-Westfalen weiter gesunken. Im Rahmen einer Langzeitstudie in NRW seien in der jüngsten Auswertung von Urinproben aus den Jahren 2020/2021 bei 8 der insgesamt 250 untersuchten Kinder umstrittene Weichmacher oberhalb der Schwelle gefunden worden, bei der gesundheitliche Wirkungen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten, teilte das NRW-Umweltministerium am Donnerstag mit. Wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf dpa-Anfrage ergänzte, sei das 2011/1012 bei 15 von 251 Kindern, 2014/2015 bei 33 von 256 Kindern und 2017/2018 bei 29 von 251 Kindern festgestellt worden.

Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sieht den Rückgang als Erfolg verschärfter regulatorischer Maßnahmen. Bei der weit überwiegenden Zahl der 2020/2021 untersuchten Urinproben von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren sind nach Ministeriumsangaben gesundheitlich unbedenkliche Weichmacher-Belastungen gemessen worden. Krischer betonte aber zugleich, dass die Schadstoffbelastung bei Kindern noch weiter reduziert werden müssten. Denn bestimmte Weichmacher wirkten sich negativ auf das Hormonsystem des Körpers aus und es gebe Hinweise, dass sie die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Weichmacher seien in vielen Alltagsprodukten zu finden. Sie würden Kunststoffen zugesetzt, um sie dehnbar und formbar zu machen.

Der Untersuchungsrhythmus von drei Jahren soll einem Frühwarnsystem dienen, welche Substanzen stark um Umlauf sind, wie das Landesamt erklärt. So könne aber auch festgestellt werden, welche Substanzen wieder abnehmen - vor allem nach Verboten. Weitere Einzelberichte seien zu Duftstoffen, Konservierungsmittel und Pestiziden geplant, die voraussichtlich im ersten Quartal 2023 veröffentlicht würden.

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