Wuppertaler Museum bekommt Expressionismus-Meisterwerk

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Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal. - © Caroline Seidel/dpa/dpa-tmn/Archivbild
Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal. (© Caroline Seidel/dpa/dpa-tmn/Archivbild)

Ein unbekannter Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen hat für das Wuppertaler Von der Heydt-Museum ein expressionistisches Meisterwerk des «Brücke»-Malers Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) für einen Millionenwert ersteigert. Das Ölgemälde «Lesende (Else Lasker-Schüler)» werde dem Museum nun als Dauerleihgabe überlassen, sagte Direktor Roland Mönig am Donnerstag. Das kubistische Gemälde war im Dezember im Auktionshaus Ketterer in München für 4,06 Millionen Euro unter den Hammer gekommen.

Zu Wuppertal hat das Bild einen besonderen Bezug: Die exzentrische Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945), die darauf prismatisch gebrochen zu sehen ist, wurde in einem jüdischen Elternhaus in Elberfeld geboren - heute ein Stadtteil von Wuppertal. «Im Bild» kehre die Dichterin nun zurück an ihren Geburtsort, sagte Mönig. Für das Museum ist das Bild auch in anderer Hinsicht ein Gewinn: «Dieses kostbare Meisterwerk schließt eine Lücke in unserem Bestand zur Kunst des Expressionismus», so Mönig.

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Der Kunstmäzen, der dem Museum «über viele Jahre eng verbunden» sei, wollte anonym bleiben. Es sei ihm «ein großes Anliegen, «dieses besondere Bild nach Wuppertal zu holen», wurde er zitiert. «Hier gehört es hin.» Das Lasker-Schüler-Porträt wurde nach Angaben Mönigs mit Wissen des Museums gezielt ersteigert. Es soll ab Ende Januar 2023 im Von der Heydt-Museum ausgestellt werden.

Das Gemälde war Teil der im Dezember in München versteigerten Expressionismus-Sammlung Gerlinger und hat eine unbelastete Provenienz. Aufgrund des «besonderen Vertrauensverhältnisses» habe Schmidt-Rottluff das kostbare Werk direkt in die Hände seines langjährigen Freundes Hermann Gerlinger übergeben, so Ketterer. Der Würzburger Unternehmer hatte seit den 1950er Jahren eine der bedeutendsten Sammlungen zur Künstlergruppe «Brücke» zusammengetragen.

Um das auf 650.000 Euro geschätzte Bild hatte es bei der Auktion ein heftiges Bietergefecht gegeben. Schließlich hatte sich der anonyme Unternehmer aus NRW durchgesetzt. Mit einem Preis von gut vier Millionen Euro gehörte das Bild «Lesende» zu den zehn teuersten Werken auf deutschen Auktionen im Jahr 2022.

Auch Lasker-Schüler war offenbar seinerzeit angetan von dem Porträt: «Schmidt-Rottluff hat mich im Zelt sitzend gemalt», schrieb sie über die Entstehung des Bildes. «[..] Bin entzückt von meiner bunten Persönlichkeit, von meiner Urschrecklichkeit, von meiner Gefährlichkeit (...)».

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