Fall Attendorn: Staatsanwaltschaft hat neuen Verdacht

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Blick auf das Haus im sauerländischen Attendorn. - © Markus Klümper/dpa/Archivbild
Blick auf das Haus im sauerländischen Attendorn. (© Markus Klümper/dpa/Archivbild)

Im Fall um ein jahrelang verstecktes Mädchen aus Attendorn (Sauerland) ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen eine ehemalige Jugendamtsmitarbeiterin, die für den Fall zuständig war. Entsprechende Informationen bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen der Deutschen Presse-Agentur. Die «Siegener Zeitung» hatte zuvor berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst allgemein im Jugendamt des Kreises Olpe ermittelt. Inzwischen richtet sich das Verfahren gezielt gegen die Sachbearbeiterin (66), die mittlerweile im Ruhestand ist. Sie steht unter dem Verdacht der Freiheitsberaubung und Körperverletzung im Amt durch Unterlassen. Den Ermittlungen zufolge soll sie nach dpa-Informationen trotz anonymer Briefe und Hinweise keine tieferen Recherchen angestellt haben.

Die Staatsanwaltschaft hat demnach auch eine Polizistin als Zeugin befragt, die von der Sachbearbeiterin im Oktober 2021 angerufen worden war. Nach dem Hinweis der Polizistin, dass ein vager Hinweis nicht für eine Hausdurchsuchung reichen würde, soll die Jugendamtsmitarbeiterin eigene Recherchen angekündigt haben. Die Polizei wurde tatsächlich erst fast ein Jahr später wieder kontaktiert, als es neue Hinweise eines Ehepaars auf das Mädchen gab. Die damals Achtjährige wurde wenige Tage später im September 2022 befreit.

Auch gegen die Mutter sowie die Großeltern des Mädchens wird ermittelt. Die Mutter soll das Kind über Jahre im Haus der Großeltern versteckt haben.

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