Insolvenzverfahren für Autozulieferer Frimo

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Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. - © Jonas Walzberg/dpa/Illustration
Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (© Jonas Walzberg/dpa/Illustration)

Die angespannte Auftrags- und Kostenlage in der Autoindustrie hat beim Anlagen- und Werkzeughersteller Frimo mit Sitz im westfälischen Lotte (Kreis Steinfurt) zu Liquiditätsproblemen geführt. Sowohl für die Holding Frimo Group GmbH als auch für die operative Tochtergesellschaft Frimo GmbH wurden Insolvenzanträge gestellt, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das Amtsgericht Münster bestellte Rechtsanwalt Stefan Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Laut Meyer soll die Produktion während des Sanierungsprozesses in enger Abstimmung mit den Kunden in vollem Umfang fortgeführt werden.

In der Gruppe beschäftigt Frimo rund 1200 Mitarbeiter. Laut Jahresabschluss für 2020 waren die Umsatzerlöse vor allem pandemiebedingt von mehr als 200 Millionen Euro im Jahr 2019 auf knapp 160 Millionen Euro im Jahr 2020 gesunken.

«In den schwachen Jahren 2021 und 2022 hat die Frimo Group viel Liquidität verloren, die von den Fremd- und Eigenkapitalgebern jetzt nicht mehr gedeckt werden konnten, um die außergerichtliche Restrukturierung fortzusetzen», hieß es in der Mitteilung. Mit dem Insolvenzverfahren wolle das Unternehmen bei laufendem Geschäftsbetrieb neue tragfähige Konzepte entwickeln, hieß es.

Die Frimo-Gruppe entwickelt und baut Anlagen und Werkzeuge vor allem für Kunststoff- und Verbundkomponenten für den Automobilsektor. Dazu zählen Innenraumverkleidungen, Dach- und Bodenmodule oder Stoßfänger. Neben dem Hauptsitz in Lotte bei Osnabrück gibt es noch unselbstständige Niederlassungen in Freilassing, Hamburg und Sontra. Tochterfirmen im Ausland seien zunächst nicht von dem Insolvenzverfahren betroffen, hieß es.

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