Steinmeier: Islam hat Wurzeln geschlagen in Deutschland

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. - © Patrick Pleul/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (© Patrick Pleul/dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland betont. «Der Islam, die muslimische Religion, das muslimische Leben, die muslimische Kultur haben Wurzeln geschlagen in unserem Land», sagte Steinmeier am Samstag bei der Feier zum 50. Gründungsjubiläum des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Köln.

Religionsfreiheit heiße gerade nicht, dass Deutschland frei von Religion sei, sondern den Religionen Raum zu geben und die Freiheit aller Gläubigen zu schützen, sagte Steinmeier. Er verurteile es andererseits zutiefst, «wenn Religion missbraucht wird, um Andersgläubige abzuwerten oder unseren Staat und unsere demokratischen Werte in Frage zu stellen. Sei es Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus oder Christenhass.» Auch religiösen Zwang dürfe es nicht geben. Wer sich wie die mutigen Frauen im Iran dagegen auflehne, verdiene Respekt.

VIKZ-Präsident Ali Yilmaz sagte: «Es kamen junge Menschen, unsere Mütter und unsere Väter, mit ihren vollgepackten Koffern, mit ihren Träumen von einer besseren Zukunft und mit ihrer Kultur und Religion, in ein für sie fernes und fremdes Land.» Aus dieser Fremde sei für viele eine neue Heimat geworden.

Der VIKZ gehört neben Ditib, Islamrat und Zentralrat der Muslime zu den großen islamischen Verbänden in Deutschland. Bei der sunnitischen Religionsgemeinschaft nimmt neben sozialen Aufgaben der Glaube einen zentralen Platz ein. So bildet der VIKZ Imame aus. «Ich kann Sie alle nur weiter ermuntern: Nehmen Sie Ihren Platz in der Mitte unserer gemeinsamen Gesellschaft ein», sagte Steinmeier dazu. Religiöses Vorbild des Verbands ist der 1959 gestorbene konservative Religionsgelehrte Süleyman Hilmi Tunahan.

Steinmeiers Besuch beim VIKZ ist nicht unumstritten. Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün etwa hatte dem «Kölner Stadt-Anzeiger» gesagt, Politiker sollten aufhören, als Brückenbauer und Türöffner für die Vertreter des konservativen Islams aufzutreten.

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