Bielefeld laut Polizei sicherste Großstadt in NRW

Trotzdem ist die Anzahl der Straftaten im letzten Jahr wieder angestiegen

veröffentlicht

  1. Schlagwörter:
  2. Straftaten
  3. Polizei
Die Polizeipräsidentin: Katharina Giere. - © Wolfgang Rudolf
Die Polizeipräsidentin: Katharina Giere. (© Wolfgang Rudolf)

Bielefeld. Nach den sinkenden Fallzahlen in den Jahren 2012 und 2013 ist die Gesamtzahl der Straftaten in Bielefeld im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent angestiegen (von 26.001 auf 27.942). Die Aufklärungsquote habe mit 57,9 Prozent den zweithöchsten Wert der letzten Jahre erreicht. Polizeipräsidentin Katharina Giere: „Damit liegt die Aufklärungsquote von Bielefeld über dem Landesschnitt, gleichwohl macht uns der deutliche Anstieg der Straftaten Sorgen.“

Mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 8.497 sei Bielefeld weiterhin die sicherste Großstadt in NRW bei Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern.

Links zum Thema

Dennoch sei die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle besonders stark angestiegen (von 718 auf 958 Straftaten). Die Aufklärungsquote sank von 14,4 auf 12 Prozent. Insbesondere ab November habe ein ungewöhnlich sprunghafter Anstieg der Fallzahlen eingesetzt, dem die Polizei mit täglichen Großeinsätzen entgegenzuwirken versuchte. Der Leitende Kriminaldirektor Erich Nierhoff sagte dazu: „Die Einbruchszahlen bewegen sich aber weiterhin auf einem zu hohen Niveau, auch wenn die Kriminalitätsbelastung in Bielefeld unter der des Landes liegt.“ Ein Wohnungseinbruch sei für die Betroffenen oft ein Schock und viele Opfer fühlten sich neben dem materiellen Schaden in ihren eigenen Wänden nicht mehr wohl. Daher sei die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs weiterhin ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit.

Die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen durch bessere technische Sicherung von Wohnungen war der Schwerpunkt der Beratungen der Kriminalprävention. Insgesamt wurden 3.232 Bielefelder zum Schutz vor Einbrüchen informiert.

Ebenfalls stark angestiegen sind die Taschendiebstähle. 2014 nahm die Anzahl der Taschendiebstähle um 35,9 Prozent 769 (ehemals 566) Fälle zu. Im Rahmen der landesweiten Kampagne „Augen auf und Tasche zu!“ gab es drei Aktionstage in der Innenstadt. In Kooperation mit dem Einzelhandel wurden Kunden und Passanten beraten, wie sie sich vor Taschendieben schützen können. Während des Weihnachtsmarktes, auf den Wochenmärkten sowie im Bereich der Fußgängerzone und den Geschäftsstraßen wurden insgesamt 120 zusätzliche Fußstreifen zur Verhinderung des Taschendiebstahls eingesetzt.

Positiv habe sich die Jugendkriminalität entwickelt. Es seien erneut weniger Kinder, Jugendliche und Heranwachsende als Tatverdächtige aufgefallen. Es wurden 2.260 Tatverdächtige unter 21 Jahren registriert. Das seien 54 weniger als im Vorjahr. Giere: „Konzepte wie „Gelbe Karte“ oder „Kurve kriegen“ mit dem Ziel, Jugendliche von absehbaren kriminellen Karrieren abzuhalten, haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.“

Die Computerkriminalität insgesamt ist nach starken Anstiegen in 2013 rückläufig. Sie sank um 26,3 Prozent (um 328 Fälle auf 921). Giere: „Auch hier zeigt unsere Aufklärungsarbeit offenbar Wirkung.“

Dagegen stieg die Straßenkriminalität auf 6.722 (5.561) Delikte an, insbesondere durch Sachbeschädigung. Der Anstieg beträgt 20,9 Prozent. Ursache sei die starke Zunahme der Einbrüche, der Taschendiebstähle und der Kfz-Delikte.
Die Straftaten gegen das Leben stiegen von drei auf elf Taten. Neun Vergehen wurden aufgeklärt. Das Polizeipräsidium Bielefeld hat als Kriminalhauptstelle im vergangenen Jahr in 32 Fällen Mordkommissionen im Bezirk Ostwestfalen-Lippe geführt.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.