Obama besucht Weidmüller und Phoenix

Zu Gast bei Phoenix Contact und Weidmüller

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (2.v.r, CDU) und US-Präsident Barack Obama (M) besuchen den Stand von Weidmüller auf der Hannover Messe und betrachten einen Roboter von Kuka. Die USA sind dieses Jahr das Partnerland der Messe. - © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (2.v.r, CDU) und US-Präsident Barack Obama (M) besuchen den Stand von Weidmüller auf der Hannover Messe und betrachten einen Roboter von Kuka. Die USA sind dieses Jahr das Partnerland der Messe. (© dpa)
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Besuch bei Phoenix Contact (© Phoenix Contact)

Hannover (dpa). Der US-Präsident präsentiert auf der Hannover Messe die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Neben wirtschaftlichen Innovationen wird es am zweiten Tag seines Deutschlandsbesuchs aber auch um Krisen und Konflikte gehen. Ein US-Europa-Minigipfel steht an.

Zu Besuch waren Obama und Merkel auch an den Ständen von zwei lippischen Unternehmen. Bei Weidmüller und Phoenix Contact sprach der US-Präsident mit Weidmüller-Vorstandssprecher Dr. Peter Köhler und Aufsichtsratchef Christian Gläsel. Köhler zeigte sich im LZ-Gespräch begeistert vom hohen Besuch. "Alles hat bestens geklappt. Ich danke unserem Team für die Vorbereitungen", sagte er.

Merkel und Obama schauten sich bei Weidmüller ein Industrie 4.0-Cockpit an, an denen verschieden Anwendungen der vernetzten Maschinen demonstriert wurden. Anschließend zeigte Weidmüller einen Roboter, der ein Gerät zur drahtlosen Ernergieübertragung trug. Dafür interessierte sich laut Köhler vor allem Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel. "Wir haben Obama als lockeren und zugewandten Menschen erlebt", sagte Köhler weiter.


US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben zum Auftakt der Hannover Messe die Wirtschaftsstärke und Innovationskraft ihrer Länder betont. «Sie sehen hier Firmen, die eine Vorreiterrolle spielen, die ändern, wie wir leben, arbeiten und lernen», sagte Obama bei einem gemeinsamen Messerundgang in der amerikanischen Halle.

Merkel sagte, in diesem Jahr werde man in Hannover «die Weltspitze in geballter Form» erleben. Deutsche und amerikanische Firmen könnten voneinander lernen. Es sei an ihnen, «gemeinsam Innovation und Neuland zu gestalten».

Merkel und Obama hatten die größte Industriemesse der Welt am Sonntagabend eröffnet. Die USA sind in diesem Jahr Partnerland. Erstmals besucht ein US-Präsident die Messe. Er informierte sich unter anderem anderem über Sensortechnik und digitalisierte Fertigungstechnik.

Nach dem Messerundgang will Obama eine Rede halten, die in seinem Umfeld als Schwerpunkt des Besuchs in Hannover klassifiziert wird. Am Nachmittag steht ein US-Europa-Minigipfel an: Dann stoßen Großbritanniens Premier David Cameron, Frankreichs Präsident François Hollande und Italiens Regierungschef Matteo Renzi zu Merkel und Obama hinzu. Bei dem Gespräch werden die Terrorbekämpfung sowie die Krisen in Syrien und Libyen Thema sein.

Obama war am Sonntagmittag aus London kommend in Hannover gelandet und von Merkel im Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen worden. Beide sprachen dann knapp zwei Stunden miteinander. Nach der Messeeröffnung kamen die beiden zu einem Abendessen mit Spitzenmanagern zusammen. Dabei ging es unter anderem um die Rolle der Wirtschaft bei der Lösung der Flüchtlingskrise und um Überzeugungsarbeit für das Freihandelsabkommen TTIP.

Der Widerstand gegen das Handelsabkommen ist nicht nur, aber besonders in Deutschland groß. Rund um den Obama-Besuch hatte es am Wochenende in Hannover Proteste dagegen gegeben. Bei der größten Veranstaltung am Samstag waren laut Polizei etwa 35 000 Menschen auf die Straßen gegangen. Sie befürchten eine Senkung von Standards und kritisieren mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen.

Obama und Merkel warben eindringlich für das Abkommen. Er setze darauf, dass bis zum Ende seiner Amtszeit zumindest die Inhalte soweit vereinbart seien, dass die Parlamente sich damit befassen könnten, sagte Obama. In diesem Jahr werde es aber keinen endgültigen Beschluss darüber mehr geben.

Auch Merkel sprach sich für einen schnellen Abschluss aus. Ein Freihandelsabkommen sei aus europäischer Perspektive «absolut hilfreich», um die Wirtschaft in Europa besser wachsen zu lassen.

Obama hält sich zum fünften Mal als US-Präsident in Deutschland auf, voraussichtlich auch zum letzten Mal. Im November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt, im Januar scheidet Obama aus dem Amt. Am späten Montagnachmittag will er wieder in Richtung Heimat starten.

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Die Messe

Die Hannover Messe gilt als weltgrößte Industrieschau. Sie zeigt Neuheiten vor allem aus den Schlüsselbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik und besetzt seit einiger Zeit zunehmend die vernetzte Industrie von morgen als Thema.

Ihre Geschichte geht zurück bis 1947: Damals gab es die erste Export-Messe Hannover, angeordnet vom Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen. 1986 wurde die Computermesse CeBIT ausgekoppelt.

Jedes Jahr präsentiert die Messe ein Partnerland - 2015 war es Indien, 2016 sind es die USA. Diesmal sind mehr als 5200 Aussteller aus 75 Ländern dabei, 58 Prozent aus dem Ausland. Die Liste prominenter ausländischer Gäste bei der Hannover Messe ist lang - zu Besuch waren unter anderen Indiens Premierminister Narendra Modi (2015), der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (2014), Russlands Präsident Wladimir Putin (2013) und Chinas damaliger Premierminister Wen Jiabao (2012).

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