Unwetter in Ostwestfalen: Kein Tornado in Minden

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Dunkle Wolken bilden sich am 22.05.2016 über Seggebruch (Schaumburg/Nordrhein-Westfalen). Ein Unwetter hat in Ostwestfalen erheblichen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr war im Kreis Minden-Lübbecke am Sonntagabend im Dauereinsatz. - © dpa
Dunkle Wolken bilden sich am 22.05.2016 über Seggebruch (Schaumburg/Nordrhein-Westfalen). Ein Unwetter hat in Ostwestfalen erheblichen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr war im Kreis Minden-Lübbecke am Sonntagabend im Dauereinsatz. (© dpa)

Minden-Lübbecke. Das Unwetter in Ostwestfalen hat am Sonntag, 22. Mai, vielerorts für volle Keller, umgestürzte Bäume und eingestürzte Dächer gesorgt. Besonders heftig erwischte es jedoch den Kreis Minden-Lübbecke, wo das Unwetter eine Spur der Verwüstung hinterließ. Während Polizei und Feuerwehr in ihren Pressemitteilungen von einem Tornado sprachen, hielten sich die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zunächst bedeckt. Nun ist klar: Es war kein Tornado, der diese erheblichen Schäden verursachte.

Die Wetterexperten gehen stattdessen von einer sehr starken Gewitterfallböe (auch "Downburst" genannt) aus, die für die Weltuntergangsstimmung am Sonntag verantwortlich war. Besonders gegen einen Tornado spreche laut Meteorologen der nie von Augenzeugen bestätigte Rüssel, ein charakteristisches Merkmal des Wirbelsturms. Bei einem Tornado reicht der Luftstrom bis zum Boden, hergestellt durch eben jenen leicht erkennbaren Staubfuß.

Auch die erhebliche Schadensreichweite, die durch das schwere Unwetter entstand, sei für einen Tornado untypisch. Denn diese erstrecke sich gewöhntlich über wenige hundert Meter.

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