Grünen-Politikerin Manuela Grochowiak-Schmieding ohne Rückhalt

Lothar Schmalen

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Enttäuscht von der Partei: Manuela Grochowiak-Schmieding.
Enttäuscht von der Partei: Manuela Grochowiak-Schmieding.

Bielefeld/Oerlinghausen. Drei der vier bisherigen OWL-Abgeordneten von Bündnis’90/Die Grünen haben gute Chancen, nach den Wahlen im Mai 2017 wieder in den Düsseldorfer Landtag einzuziehen: Sigrid Beer (Paderborn), Matthi Bolte (Bielefeld) und Wibke Brems (Gütersloh).

Für die vierte im Bunde, Manuela Grochowiak-Schmieding (Oerlinghausen), dagegen dürfte die Landtags-Karriere beendet sein. Sie wurde auf dem Landesparteitag der Grünen in Oberhausen am Wochenende nicht mehr auf der Landesliste für die Landtagswahl berücksichtigt. Bei der Landtagswahl 2012 rangierte sie auf Platz 31 der Landesliste.

„Ich hätte gerne meine sozialpolitische Arbeit fortgesetzt", sagte die Grünen-Politikerin enttäuscht. Die Lipperin, die im November 2012 für Johannes Remmel, als der Minister wurde, in den Landtag nachrückte, sollte im Mai 2017 auch wieder direkt für die Grünen im Wahlkreis Lippe I kandidieren. Die Grünen dürfen sich nun für diesen Wahlkreis wohl eine neue Kandidatin suchen.

Grochowiak-Schmieding kündigte jedenfalls an, ihre Direktkandidatur zurückzuziehen. „Der Parteitag hat deutlich gemacht, dass ich offenbar keinen Rückhalt in meiner Partei habe. Daraus muss ich die Konsequenzen ziehen", sagte sie. Die Kritik zielte offenbar vor allem auf den OWL-Bezirksverband der Grünen.

Dessen Vorsitzende, Sigrid Beer, bedauerte die Entscheidung von Grochowiak-Schmieding, äußerte aber auch Verständnis. „Ich kann ihre Enttäuschung nachvollziehen. Allerdings hat die Kollegin schon in der Versammlung des Bezirksverbands kein Votum erhalten", sagte Sigrid Beer. Und dann noch etwas deutlicher: Man könne dafür aber nicht die Schuld immer nur bei anderen suchen.

Gute Chancen auf einer Wiedereinzug in den Landtag hat Sigrid Beer (60) selbst. Die Paderbornerin, die dem Landtag bereits seit 2005 angehört, steht auf Platz 5 der Liste. Das gleiche gilt auch für den Youngster unter den OWL-Grünen, Matthi Bolte (30) aus Bielefeld. Er konnte sich in einer Kampfabstimmung gegen Stefan Engstfeld (Düsseldorf) durchsetzen und rangiert nun auf Platz 14, gefolgt von der Gütersloherin Wibke Brems (35). Beide sitzen seit 2012 im Landtag.

Grüne Abgeordnete kommen, da sie kaum Chancen haben, einen Wahlkreis direkt zu gewinnen, in aller Regel über die Landesliste in den Landtag. Zum Vergleich: 2012 erhielten sie 11,3 Prozent. Damit rückten die ersten 29 Plätze in den Landtag ein, über Nachrücker zog die Liste bis Platz 33.
Vielleicht hat deshalb die Paderbornerin Norika Creuzmann, die diesmal auf Platz 31 steht, noch ganz gute Nachrückerchancen.

Weniger Chancen auf ein Mandat haben dagegen definitiv die anderen OWL-Bewerber: Annika Hüting (Herford, Platz 41), Burkhard Pohl (Lippe, Platz 46), Bettina Fugh (Minden-Lübbecke, Platz 47), Christina Osei (Bielefeld, Platz 49), Inga Kretschmar (Lippe, Platz 51) und Uwe Rottermund (Höxter, Platz 58).

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