Sprengung eines Geldautomaten zerstört historisches Haus in Spenge

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

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Spenge. Das Uhren- und Schmuckgeschäft Hellmann und das baulich verbundene historische Haus Seippel an der Langen Straße 49 gegenüber dem Spenger Rathaus sind beim Versuch, am Samstagmorgen gegen 4 Uhr den Geldautomaten der Deutschen Bank im Haus gewaltsam zu öffnen, schwer beschädigt worden.

In dem Haus lebt ein Ehepaar, das aber unverletzt blieb und unter dem Eindruck des schrecklichen Geschehens bei seinen erwachsenen Kindern unterkommen konnte. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens ist noch nicht zu beziffern.

Die Feuerwehr ist noch immer im Einsatz. Die Polizei fahndet nach Tätern in der Region, will aber eine Sprengung noch nicht bestätigen. Die Lange Straße ist noch immer gesperrt.

Kurz nach 4 Uhr wurden Nachbarn in der gegenüberliegenden Buchhandlung Nottelmann von einem lauten, explosionartigen Knall geweckt. Sie beobachteten aus dem Fenster ein kleines Feuer am Geldautomaten, der sich noch als Überbleibsel einer früheren Filiale der Deutschen Bank im Eingangsbereich des Uhren-, Brillen- und Schmuckfachgeschäftes Hellmann befindet, und alarmierten die Feuerwehr. "Ich war noch am Telefon, da gab es einen zweiten, noch lauteren Knall", beschreibt die Nachbarin die dramatischen Minuten. "Dann war auf einmal alles kaputt." In dem Moment brach ein größerer Brand aus, der große Teile des Hauses erfaßte, bevor die Feuerwehr eintraf.

Historisch wertvolles Gebäude

Das Haus Seippel ist eines der historisch bedeutendsten Gebäude in Spenge. Hier wurde seinerzeit die erste Posthalterei eröffnet. Das ist heute von der Durchgangsstraße Lange Straße aus kaum mehr zu ahnen. Ein moderner Vorbau, in dem lange Jahre eine Filiale der Deutschen Bank untergebracht war und in dem aktuell das Schmuckgeschäft betrieben wird, bestimmen das Bild.

Nach Explosion und Brand bot sich Nachbarn und Feuerwehr ein verheerendes Bild: Die großen Schaufensterscheiben des Schmuckgeschäftes waren aus den Rahmen auf die Straße geschleudert worden. Scherben haben sich über die Straße und den Parkplatz des Rathauses verteilt. Das Dach des historischen Gebäudeteils ist zum Teil zerstört. Zersprungen sind auch zahlreiche teils hundert Jahre alte Scheiben des ebenfalls historischen Gebäudes der Buchhandlung Nottelmann.

Im Einsatz waren unter Leitung des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Thomas Greulich rund 80 Leute der gesamten Spenger Feuerwehr, die von Kräften aus der Nachbarstadt Enger unterstützt wurden. Im Einsatz war auch die gemeinsame Drehleiter von Enger und Spenge sowie die Drehleiter aus Hiddenhausen und der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrleitstelle des Kreises Herford.

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