Viele Baustellen bremsen den Urlaubsverkehr in NRW aus

Matthias Bungeroth

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Autos stauen sich auf der Autobahn A3 bei Köln in Richtung Oberhausen. - © Rolf Vennenbernd/dpa
Autos stauen sich auf der Autobahn A3 bei Köln in Richtung Oberhausen. (© Rolf Vennenbernd/dpa)

Bielefeld. Freude für die rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen: Die Sommerferien sind da! Die Kehrseite der Medaille: Mit Beginn des Reiseverkehrs müssen Autofahrer auf den Autobahnen wieder mit zahlreichen Staus rechnen. „Das wird ein richtig heißes Ferienwochenende", sagt Ralf Collatz, Sprecher des Automobilclubs ADAC in Ostwestfalen-Lippe.

Vor allem am Freitag rechnet der Landesbetrieb Straßen NRW mit Staus. „Ab 14 Uhr steigt der Verkehr am Freitag schnell an", so die Prognose. „Während der Sommerferien haben in NRW vor allem an den Wochenenden auch die etwa 170 Baustellenabschnitte auf den Autobahnen erhöhtes Staupotenzial", so der ADAC.

Ferdinand Dudenhöffer, Verkehrswissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen, plädiert angesichts des desaströsen Zustands der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland dafür, die Planung dieses Bereichs völlig neu zu organisieren. „Die Schweiz hat das an eine Firma Astra abgegeben, die einen festen Anteil von der Mineralölsteuer dafür bekommt", sagt der Professor im Gespräch mit dieser Zeitung.

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Türkei als Flugreiseziel beliebt

Bei den Flugreisenden aus NRW ist die türkische Riviera aktuell mit einem Anteil von 19 Prozent am beliebtesten. Es folgt laut Online-Plattform ab-in-den-urlaub Mallorca (8,4). Auch Topziele: Spanien, Ägypten, Griechenland.

„Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen", so Dudenhöffer. Denn die Realisierung der meisten Infrastrukturprojekte wie die Sanierung von Autobahnen oder Brücken dauere deutlich länger als eine Legislaturperiode. Insofern sei dieses Feld für die Politik nicht so interessant, weil es sich in Wahlkämpfen schlechter verkaufen lasse als eine kurzfristig wirksame Erhöhung des Kindergelds oder der Renten.

Doch Dudenhöffer ist überzeugt: „Wenn wir so weitermachen wie jetzt, werden wir nie aus dem Thema rauskommen." Dudenhöffers Prognose zufolge werde dann die Situation der Mangelverwaltung noch Jahrzehnte weiter andauern.

Aktuell bleibt es bei der angespannten Verkehrslage aufgrund zahlreicher Baustellen. Betroffen sind in NRW besonders die Autobahnen 1, 3, 4 und 57 Richtung Niederlande. Bundesweit sind die Strecken Richtung Nord- und Ostsee stauanfällig und die großen Routen Richtung Süden.

„Auch im benachbarten Ausland brauchen Autofahrer gute Nerven", warnt der ADAC. Zwangsstopps von einigen Stunden seien durchaus realistisch. Betroffen sind hier die Hauptstrecken durch Österreich, die Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien und Frankreich. Die Experten erinnern daran, dass bei Staus eine Rettungsgasse gebildet werden muss.

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