Nach Einladung im TV: Kanzlerin Merkel besucht Paderborner Altenpfleger

Yvonne Glandien und Viktoria Bartsch

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Altenpfleger Ferdi Cebi und Kanzlerin Angela Merkel vor dem St. Johannisstift in Paderborn. - © Andreas Zobe
Altenpfleger Ferdi Cebi und Kanzlerin Angela Merkel vor dem St. Johannisstift in Paderborn. (© Andreas Zobe)

Paderborn. "Wir wollen für alle den Pflegeberuf verbessern, deswegen bin ich hier." Mit diesen Worten beendete Angela Merkel ihren Rundgang im Altenheim St. Johannisstift in Paderborn. Merkel war mit ihrem Besuch der Einladung des dort angestellten Pflegers Ferdi Cebi gefolgt.

Nur 90 Minuten dauerte der Besuch der Kanzlerin. 90 Minuten, in denen sie sich ein Bild von der Arbeit des Paderborner Pflegers machen wollte. "Jeder weiß, dass das Thema Zeit in diesem Beruf noch viel wichtiger ist als in anderen Berufen", sagte Merkel. Grundsätzlich sei es wichtig, die Ausbildung zu verbessern und es müsse eine vernünftige Vergütung geben, betonte die Kanzlerin. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit einigen Bewohnern betrat Ferdi Cebi dann auch noch die Bühne und lieferte eine Rap-Einlage. Er sang über die angespannte Situation in der Pflege.

Nachdem Merkel abgereist war, zog Ferdi Cebi eine positive Bilanz: "Mir hat der Besuch der Kanzlerin richtig gut gefallen", sagte er. "Und ich glaube, sie nimmt davon viel mit nach Hause."

Der Pfleger Ferdi Cebi aus Paderborn hatte die Kanzlerin in der ZDF-Sendung "Klartext" im vergangenen September spontan eingeladen, die Einrichtung zu besuchen, damit sie sich direkt vor Ort über die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich informieren kann.

Kanzlerin Angela Merkel traf pünktlich um 15 Uhr am Altenheim ein. - © Andreas Zobe
Kanzlerin Angela Merkel traf pünktlich um 15 Uhr am Altenheim ein. (© Andreas Zobe)

Doch nicht allen gefiel Merkels Besuch. Aus Protest hat die Paderborner AfD parallel eine Kundgebung in der Nähe des Altenheims organisiert. Rund 25 Anhänger der Partei demonstrierten am Fürstenweg mit Plakaten, Fahnen und Sprechchören gegen die Kanzlerin.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben sich zudem spontan einige wenige Gegendemonstranten sowie mehrere Schaulustige eingefunden. Auch mehrere Pflegekräfte warteten am Eingang, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Kanzlerin bekamen sie allerdings nicht zu Gesicht - sie fuhr von der anderen Seite aufs Gelände des Altenheims.

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