Ärger um Verbot von Birkenstock-Sandalen im Hauptzollamt Bielefeld

Carolin Nieder-Entgelmeier

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Das Hauptzollamt Bielefeld bewertet Birkenstock-Sandalen als unangebracht und ermahnt die Träger. - © Jemima Wittig
Das Hauptzollamt Bielefeld bewertet Birkenstock-Sandalen als unangebracht und ermahnt die Träger. (© Jemima Wittig)

Bielefeld. In vielen Behörden, Banken und Betrieben gelten strenge Kleidervorschriften. Häufig sind die Regeln jedoch nicht ausreichend klar formuliert, so dass Mitarbeiter die Vorschriften gelegentlich anders auslegen als ihre Vorgesetzten. Das führt vor allem im Sommer zu Ärger, wenn Mitarbeiter in Flip-Flops, kurzen Hosen oder Muskelshirts zur Arbeit kommen.

Auch im Hauptzollamt Bielefeld gibt es aktuell Streit um Kleidervorschriften. Mitarbeiter, die Flip-Flops oder offene Schuhe der Marke Birkenstock tragen, werden ermahnt und dazu angewiesen, sich außerhalb der Dienstzeit neue Schuhe zu besorgen. Die Betroffenen sind verärgert.

Birkenstock ist eine der beliebtesten deutschen Schuhmarke, die mittlerweile von vielen anderen Herstellern imitiert werden. Besonders beliebt sind die Sandalen von Birkenstock, die es in verschiedenen Formen und Farben gibt und vor allem im Sommer beliebt sind. So auch bei einigen Mitarbeitern im Hauptzollamt Bielefeld. Nach Angaben von Mitarbeitern will das die Behörde aber künftig verbieten.

Das Hauptzollamt verweist auf die Außenwirkung

„Mit Verweis auf die Außenwirkung wurden nicht nur Flip-Flops, sondern namentlich auch Birkenstock-Sandalen verboten", erklärt eine Mitarbeiterin, die sich diffamiert fühlt. Die Betroffenen fragen sich nun, warum Birkenstock-Sandalen mit Flip-Flops gleichgesetzt werden und warum ausschließlich Schuhe der Marke Birkenstock verboten werden.

„Birkenstock-Sandalen sind hochwertig und beugen gesundheitlichen Problemen vor, anders als Flip-Flops. Außerdem tragen sie Models auf Laufstegen und Prominente im Alltag ebenso wie Mitarbeiter in Behörden oder sogar in Ministerien."

"Keine Freizeitkleidung"

Die Sprecherin des Hauptzollamts Bielefeld, Kirsten Schüler, kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Alle Mitarbeiter sind dazu gehalten sich angemessen zu kleiden und auf Freizeitkleidung zu verzichten. Das gilt auch im Sommer, weil sie als Mitarbeiter des Hauptzollamtes den Staat vertreten."

Eine schriftliche Anweisung, dass Mitarbeiter des Hauptzollamts Bielefeld keine Flip-Flops oder Birkenstock-Sandalen tragen dürfen, existiert laut Schüler zwar nicht, „aber grundsätzlich zählen Latschen oder Schlappen zur Freizeitbekleidung und sind deshalb nicht angemessen", ergänzt Schüler. „Es gab eine Besprechung zum Thema Kleiderordnung mit allen Vorgesetzten, die die Kleidervorschriften nun in ihren Abteilungen durchsetzen."

Grundsätzlich gilt nach Angaben des deutschen Anwaltvereins, dass Arbeitnehmer nach Hause geschickt werden dürfen, um sich umzuziehen, wenn sie sich nicht an die Kleiderordnung im Betrieb halten.

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