Briten bleiben OWL erhalten

Carolin Nieder-Entgelmeier

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Briten-Parade in Paderborn: Ende Juni zogen die britischen Streitkräfte bei der „Freedom of the City"-Parade eindrucksvoll durch die Innenstadt.  - © Birger Berbüsse
Briten-Parade in Paderborn: Ende Juni zogen die britischen Streitkräfte bei der „Freedom of the City"-Parade eindrucksvoll durch die Innenstadt.  (© Birger Berbüsse)

Paderborn. Die Nachricht, dass die britische Armee auch nach 2020 in Paderborn Soldaten stationieren wird, hat mitten in der Debatte um einen möglichen Nationalpark Senne auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes eine landesweite Kontroverse ausgelöst. Aufgrund der geänderten internationalen Sicherheitslage werden die Briten entgegen der bisherigen Abzugspläne weiter Kasernen in Ostwestfalen-Lippe betreiben und auch Soldaten stationieren. 

„Fest steht, dass fast alle britischen Kampftruppen Deutschland bis zum Jahr 2020 verlassen werden", erklärt der Sprecher der britischen Streitkräfte in Deutschland, Mike Whitehurst. „Das gilt auch trotz der Weiternutzung des Truppenübungsplatzes Senne für Ostwestfalen-Lippe." Aktuell sind nach Angaben von Whitehurst noch rund 3.230 britische Soldaten in Ostwestfalen-Lippe in sechs Kasernen in Paderborn, Gütersloh und Bielefeld stationiert.

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Kasernen in OWL

Die Rochdale-Kaserne (Bielefeld), die Mansergh-Kaserne (Gütersloh), die Barker-Kaserne und die Dempsey-Kaserne (beide Paderborn) wird die britische Armee bis 2020 zurückgeben. Auch nach 2020 will sie die Normandy- und die Athlone-Kaserne (beide Paderborn) nutzen.

Da die Briten den Truppenübungsplatz Senne auch nach 2020 nutzen werden, zieht die Armee auch nicht alle Kampftruppen aus Ostwestfalen-Lippe ab. „200 bis 250 Soldaten werden dauerhaft in Paderborn stationiert. Die Planungen dafür laufen derzeit", erklärt Whitehurst. Hinzu kommen wechselnde britische Einheiten, die den Truppenübungsplatz Senne für die Aus- und Weiterbildung nutzen werden, ebenso wie Soldaten der Bundeswehr und NATO-Truppen anderer Länder wie Dänemark, der Niederlande oder der USA.

„Deshalb werden auch nicht alle Kasernen in Ostwestfalen-Lippe zurück an den Bund gegeben", erklärt Whitehurst. Die Athlone-Kaserne und die Normandy-Kaserne in Paderborn werden die Briten auch nach 2020 nutzen. „Die Rochdale-Kaserne in Bielefeld, die Mansergh-Kaserne in Gütersloh sowie die Barker-Kaserne und die Dempsey-Kaserne in Paderborn werden hingegen wie geplant an den Bund zurückgegeben."

Zudem ist noch eine kleine Einheit britischer Pioniere in Minden stationiert, die mit den Bundeswehrpionieren in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne zusammenarbeitet. „Die 30 britischen Pioniere werden auch nach 2020 in Minden bleiben", kündigt Whitehurst an. „Die Kooperation mit der Bundeswehr ist uns sehr wichtig, weil die deutschen und britischen Soldaten in Minden die einzigen Pioniere in der NATO sind, die über Amphibienbrückenfahrzeuge verfügen", erklärt Whitehurst.

Auch in der Senne soll die Kooperation mit der Bundeswehr ausgebaut werden. „Das ist trotz des Abzugs der britischen Streitkräfte aus Deutschland unser erklärtes Ziel", sagt Whitehurst. Auf dem Truppenübungsplatz Senne soll es deshalb künftig auch mehr gemeinsame Übungen mit der Bundeswehr und anderen NATO-Partnern geben. „Die Intensivierung der Beziehung zwischen der britischen Armee und der Bundeswehr ist auch eine Reaktion auf neue geopolitische Herausforderungen wie die Annexion der Krim durch Russland."

In Nordrhein-Westfalen werden auch in Mönchengladbach (Fahrzeugdepot) und in Dorsten (Munitionsdepot) nach 2020 noch britische Soldaten mit kleineren Einheiten stationiert bleiben.

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