Tipps: So kann Eichhörnchen geholfen werden um durch den Winter zu kommen

Carolin Nieder-Entgelmeier

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Beliebt: Eichhörnchen nutzen gerne Vogelfutterhäuschen. - © dpa
Beliebt: Eichhörnchen nutzen gerne Vogelfutterhäuschen. (© dpa)

Bielefeld. Aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer droht Eichhörnchen im Winter ein Kampf ums Überleben. Der Aufruf von Tierschützerin Stefanie Belka vom Verein „Eichhörnchen Schutz", die Nager mit dem Zufüttern von Nüssen zu unterstützen, hat Hunderte Menschen in OWL zum Helfen animiert. Deshalb gibt die Expertin Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Fütterung: „Nicht erst im Winter, sondern ab sofort Eichhörnchen mit Futter unterstützen", rät Belka. „Im Garten, auf Friedhöfen, bei Waldspaziergängen und natürlich an Orten, an denen man schon mal Eichhörnchen gesehen hat, sollte man Haselnüsse oder Walnüsse verteilen. Die Früchte müssen nicht geknackt werden." Erdnüsse oder Mandeln vertragen die Nager hingegen nicht. „Das trifft leider auch auf die vielen Eicheln zu, die am Boden liegen, weil sie noch nicht ausgereift sind." Bäume, die noch Früchte tragen, sind laut Belka in der Regel auch nicht für Eichhörnchen nutzbar, weil die meisten Früchte nicht voll ausgebildet wurden.

„Unterstützen können Gartenbesitzer Eichhörnchen auch mit großen Vogelfutterhäuschen, in denen auch Eichhörnchen Platz haben", erklärt Belka. „Wichtig ist, dass Katzen nicht an das Häuschen kommen und die Tiere Ruhe vor Menschen haben." Angeboten werden häufig auch spezielle Futterhäuschen für Nager, doch davon rät Belka ab. „Die sind gefährlich, weil oft die Klappen zu schwer sind und Gliedmaßen abtrennen. Auch Acrylglas ist schlecht, weil die Nager daran nicht klettern können." Zudem sollten Gartenbesitzer Holzlatten in Wasserquellen wie Regentonnen stellen, damit die Tiere nicht ertrinken.

Verwechslungsgefahr: Falsch verstandene Tierliebe schadet Eichhörnchen ebenso wie falsche Nahrung. Bei Belka melden sich regelmäßig Tierfreunde, die graue Eichhörnchen verjagen oder töten, weil sie die heimischen Nager mit den großen Grauhörnchen aus Nordamerika verwechseln, die auch in Italien und Großbritannien vorkommen. „Unsere heimischen Eichhörnchen können rotes, braunes, schwarzes oder graues Fell haben", erklärt Belka. „Vor Grauhörnchen, die die heimische Art verdrängen, müssen wir uns in Deutschland nicht sorgen, weil sie in der freien Wildbahn nicht vorkommen." Der Hörnchenkrieg ist also unbegründet.

Hilfe für den Verein: Belka engagiert sich ehrenamtlich für die Region OWL in dem Verein „Eichhörnchen Schutz" mit Sitz in München. Die gebürtige Kölnerin hat bereits 400 Fundtiere aufgezogen. „Die Aufzucht eines Tieres kostet rund 70 Euro, deshalb ist der Verein auf Geldspenden angewiesen", erklärt Belka. „Nussspenden benötigen wir aktuell nicht. Die Nahrung sollten Tierfreunde lieber selber verteilen." Genau das hat die Eichhörnchenklasse 2d der Grundschule Brake in Bielefeld vor. Die Schüler von Lehrerin Marita Portmann haben die schlechten Aussichten für die Eichhörnchen im Winter so bewegt, dass sie in der Schule nun Nüsse sammeln, um sie bald gemeinsam zu verteilen.

Information
Infos zum Verein: www.eichhoernchen-schutz.de

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