Digitalisierung ändert die Führung von Mitarbeitern

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Digitalisierung (© Symbolbild: Pixabay)

Blomberg/Bielefeld. Die Führung von Mitarbeitern wird sich in Zeiten der Digitalisierung grundsätzlich ändern: Nicht mehr das Dirigieren durch Anweisungen, sondern das Coachen rückt in den Vordergrund. „Wir müssen ein Team dazu bringen, zu gewinnen", fordert Gunther Olesch, Personalchef bei Phoenix Contact in Blomberg. Im eigenen Unternehmen hatte Olesch offensichtlich Erfolg: Der Elektronik-Konzern wächst seit Jahren rasant, erzielt mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr und beschäftigt 16.500 Mitarbeiter.

Beim 28. BOW-Forum zum Thema „Personal digital" will Olesch am 6. November in Bielefeld erklären, wie „Personalentwicklung als Motor der digitalen Transformation" dienen kann.

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BOW-Forum „Personal digital", Dienstag, 6. November, 14 bis 18 Uhr in der Fachhochschule des Mittelstands
Spricht beim BOW-Forum: Gunther Olesch. - © Phoenix Contact
Spricht beim BOW-Forum: Gunther Olesch. (© Phoenix Contact)

Dabei gehe es nur am Rande um den Einsatz digitaler Technik und IT für die Personalarbeit, sondern vor allem um einen innovativen Umgang mit den Menschen – ein digitales Führungsverständnis. Entscheidend für den Erfolg sei die Entwicklung einer „digitalen Kultur", sagt Olesch: „Die Menschen müssen eine positive Einstellung zur Digitalisierung gewinnen und dafür begeistert werden", fordert er. Dafür müsse zuallererst eine „digitale Vision" formuliert werden – welchen Weg will das Unternehmen in den kommenden Jahren gehen?

Die regelmäßige Information der Mitarbeiter, ihre Beteiligung an den gewünschten Veränderungen („Partizipation") und die Ausbildung der nötigen Kompetenzen („Qualifikation") seien Schlüssel der Transformation.

Bei Phoenix Contact zum Beispiel werden alle Mitarbeiter zweimal im Jahr in Personalversammlungen, aber auch in einer Werkszeitung und in Podcasts über die nächsten Digitalisierungsschritte konkret informiert. In Workshops setzen Kleingruppen sich zweitens mit der Frage auseinander, was der Beitrag des Einzelnen ist: „Die Mitarbeiter gestalten die nötigen Veränderungen selbst", so Olesch.

Und drittens macht das Unternehmen den Beschäftigten viele Fortbildungsangebote – etwa in Webinaren.

Gibt es keine Widerstände, keine Ängste? Doch, sagt Olesch: Um Maßnahmen zu diskutieren und zu erfahren, wo die Mitarbeiter der Schuh drückt, setze er sich regelmäßig mit den Betriebsräten zusammen. Die seien selbst sehr interessiert daran, dass Phoenix Contact in der Welt der Industrie 4.0 Erfolg hat. „Wenn ein Team nicht erfolgreich ist, dann liegt es am Chef", urteilt Olesch. Denn der Chef habe von der Auswahl der Leute bis zu Training und Motivation die Aufgabe, sein Team für die Digitalisierung zu befähigen.

Dass künftig alle Führungspositionen von jungen „digital natives" besetzt werden, glaubt Olesch nicht: „Ich halte einen 50:50-Mix aus Alt und Jung für richtig". Denn die Älteren hätten die nötige Lebenserfahrung und wüssten besser, was mit Menschen machbar ist: „Wir müssen auch die Älteren mitnehmen."

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