NWL mahnt Eurobahn ab und droht mit Kündigung

Matthias Bungeroth

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Abgemahnt: Die Eurobahn. - © Eurobahn
Abgemahnt: Die Eurobahn. (© Eurobahn)

Unna/Bielefeld. Zugausfälle, Verspätungen, defekte Toiletten und mangelhafte Kommunikation mit den Fahrgästen: Die Unregelmäßigkeiten im Fahrbetrieb der zum französischen Eisenbahnkonzern Keolis gehörenden Eurobahn reißen nicht ab.

Deshalb hat der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) das Unternehmen nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres abgemahnt. Das bestätigte Kurt Kalkreuter, Mitglied der NWL-Zweckverbandsversammlung aus Lippe, der NW. Eine erste „gelbe Karte" wegen ähnlicher Unregelmäßigkeiten hatte der NWL bereits Anfang Februar ausgesprochen.

NWL droht mit Kündigung der Verkehrsverträge

Nach Informationen der wird die erneute Abmahnung mit durchaus drastischen Formulierungen wie „Organisationsversagen" begründet. Um die Mängel abzustellen, soll den Informationen zufolge ein Maßnahmenkatalog entwickelt werden. Verbessere sich die Betriebsleistung dennoch nicht, droht der NWL nach Recherchen der NW auch mit der Kündigung der Verkehrsverträge mit der Eurobahn.

Zudem wird der Eurobahn vom NWL dazu verpflichtet, auf ihre Kosten einen unabhängigen Auditor einzusetzen, der die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs überwacht und vorantreibt. Magali Euverte, Chefin von Keolis Deutschland, habe der Versammlung Bericht erstattet, so Kalkreuter. Sie habe dargelegt, dass das Unternehmen 26 neue Triebfahrzeugführer eingestellt habe.

2.100 Fahrten liefen nicht vertragsgemäß

Gleichzeitig, so Kalkreuter, habe Euverte eingeräumt, dass zuletzt neun Prozent der Fahrzeuge der Eurobahn aus unterschiedlichen Gründen nicht einsatzbereit gewesen seien. Wann die Eurobahn soweit sein werde, dass der Betrieb einwandfrei laufe, "konnte Euverte nicht sagen", berichtet Kalkreuter.

Die Abmahnung der Eurobahn soll den Informationen zufolge für alle Netze, die die Eurobahn derzeit befährt. Dazu zählen auch das Teutoburger Wald Netz und das OWL-Dieselnetz. Das Eisenbahnunternehmen wurde aufgefordert, Fahrgäste, die von Zugausfällen betroffen sind, eine angemessene Entschädigung zu zahlen. Zu wenig Fahrzeuge, zu geringe Werkstattkapazitäten und zu wenig Personal werden als Hauptursachen der Misere ausgemacht.

Nach Informationen der NW soll sich die Quote der nicht vertragsgemäßen Fahrten der Eurobahn zwischen Juli und Oktober dieses Jahres von 4,6 Prozent auf 11 Prozent aller Fahrten verschlechtert haben. Das bedeutet: 2.100 Fahrten der Eurobahn waren nicht vertragsgemäß. Die Quote dieser mangelhaften Fahrten soll sich zudem im November weiter verschlechtert haben, wie zu hören ist. Nach der Abmahnung im Februar war zunächst eine Verbesserung der Gesamtsituation festgestellt worden.

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