Schüler in OWL streiken für den Klimaschutz

Dirk Müller

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Sie rief die Bewegung ins Leben: Die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg – hier bei der Internationalen Klimakonferenz am 13. Dezember 2018 in Katowice. - © dpa
Sie rief die Bewegung ins Leben: Die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg – hier bei der Internationalen Klimakonferenz am 13. Dezember 2018 in Katowice. (© dpa)

Bielefeld. Das 15-jährige Stockholmer Mädchen Greta Thunberg hat etwas losgetreten, das jetzt auch Ostwestfalen-Lippe erreicht. Die junge Schwedin geht seit August 2018 – als der Sommer in Schweden so heiß ist wie in ganz Europa – mindestens einmal die Woche nicht in die Schule, sondern setzt sich mit ihren Schulbüchern vor das Parlament, um die Regierung aufzufordern, sich konsequenter für den Klimaschutz einzusetzen.

Ihre Motivation hat sie so beschrieben: „Warum soll ich für eine Zukunft lernen, die es bald schon nicht mehr geben wird, wenn sich niemand für den Erhalt dieser Zukunft einsetzt?"

Sie bestreikt die Schule, um maximale Aufmerksamkeit auf das Klimathema zu lenken – und das mit vollem Erfolg. Weltweit berichten Medien über die Aktion des Mädchens mit den braunen Zöpfen und sie inspiriert viele Schülerinnen und Schüler in anderen Ländern. Die Welt nahm Notiz von ihr und das führte im Dezember 2018 sogar zu einem Auftritt der jungen Aktivistin vor den Delegierten der Internationalen Klimakonferenz im polnischen Katowice. Schulstreiks für das Klima gibt es inzwischen in Australien, Dänemark und in Deutschland.

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#FridaysForFuture

„Wir müssen uns Gehör verschaffen", appelliert die 15-jährige Greta Thunberg, die freitags nicht mehr zur Schule geht, sondern vor dem schwedischen Parlament protestiert. Ihr zufolge ist auf die Politiker kein Verlass. Die Regierenden hätten bisher versagt, sagte Thunberg, deren Schulstreik unter dem Hashtag #FridaysforFuture in sozialen Netzwerken viele Fans hat. In Bielefeld ist Simon Erichsen Ansprechpartner der Initiative: erichsensimon35@gmail.com

In Ostwestfalen-Lippe schließen sich jetzt Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis ihrem Beispiel und der Aktion „FridaysForFuture" an. Sie wollen nach dem Vorbild von Greta Thunberg Schul- und Unistreiks planen und durchführen, um gegen den Klimawandel und die Ignoranz der Politik zu demonstrieren. Unter dem Motto „Wir streiken bis Ihr handelt" wollen sich am 18. Januar Schülerinnen und Schüler sowie Studierende um 12 Uhr vor dem alten Rathaus in Bielefeld versammeln.

„Statt in die Schule oder Uni zu gehen, treten die jungen Menschen in den Streik: Sie fordern echten Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg von den Politikern", sagt Simon Erichsen, 17-jähriger Schüler am Bielefelder Oberstufenkolleg und Ansprechpartner der Aktion.

Klimaaktivist: Bielefelder Schüler Simon Erichsen (17). - © Wolfgang Joens
Klimaaktivist: Bielefelder Schüler Simon Erichsen (17). (© Wolfgang Joens)

Er und Mitschüler halten als Mitglieder des Projekts „Blickrichtung Vielfalt" an ihrer Schule Kontakt zu Schülern anderer Schulformen und sind bei einem Besuch einer Partnerschule in Jena in der Weihnachtszeit auf das Klimaprojekt der jungen Schwedin und ihrer Anhänger aufmerksam geworden. Seitdem haben Simon, seine Mitstreiterin Lea Büllesbach und andere in Bielefeld gewirbelt, um ebenfalls einen Schulstreik für das Klima auf die Beine zu stellen, an dem sich möglichst viele beteiligen sollen.

„Wir haben bei Vertretern von NGO’s und den Schülervertretungen der anderen Bielefelder Schulen um Unterstützung geworben", erzählt Simon. Am Freitag, dem 18., so kündigt er an, wird in Bielefeld gestreikt und gleichzeitig werden deutschlandweit Schulstreiks für den Klimaschutz unter dem Namen „FridaysForFuture" stattfinden.

„Der Klimawandel bedroht unser aller Zukunft. Unsere Politikerinnen und Politiker unternehmen aber viel zu wenig, um das zu verhindern! Wir wollen nicht hinnehmen, dass uns unsere Zukunft durch unnachhaltige Entscheidungen seitens der Politik verbaut wird. Deshalb streiken wir für unsere Zukunft", begründet Simon Erichsen das Engagement der jungen Leute. Und Lea Büllesbach, ebenfalls Schülerin aus Bielefeld, ergänzt: „Letztes Jahr war bei uns der Sommer so heiß und trocken, dass die Natur sich noch lange nicht davon erholt hat. Unkontrollierbare Waldbrände in Schweden und den USA, Dürrekatastrophen, Überschwemmungen, Wirbelstürme... Und das ist erst der Anfang. Es wird noch viel schlimmer werden. Unsere Politikerinnen und Politiker müssen endlich handeln!"

Der Schulstreik am 18. Januar in Bielefeld soll erst der Anfang sein: Am 25. Januar ist eine zentrale Demonstration in Berlin geplant mit Teilnehmern aus ganz Deutschland.

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