Naturschützer beklagen Artenschwund in OWL

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Die Feldlerche macht sich rar: Landwirtschaft und Flächenfraß führen zum Aussterben von Vögeln und Insekten. - © picture alliance/dpa
Die Feldlerche macht sich rar: Landwirtschaft und Flächenfraß führen zum Aussterben von Vögeln und Insekten. (© picture alliance/dpa)

Herford. Für die Natur in Ostwestfalen-Lippe war 2018 ein Jahr mit neuen Klima-Extremen – und für den Naturschutz ein Jahr mit Licht und Schatten.
Es gab Fortschritte bei der Renaturierung der Weser, das erste Wolfsgebiet in Westfalen-Lippe und Neuansiedlungen von „Flaggschiff-Arten" wie Seeadler, Blaukehlchen, Fischotter oder Biber in OWL. Dem gegenüber stehen weiterer Flächenverbrauch durch Siedlung, Gewerbe oder Straßen, Artenverarmung durch Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und nun das vermehrte Ausbringen risikoreicher Baumexoten im Wald.

Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL, zieht eine durchwachsene Bilanz und fordert für 2019 endlich deutlich mehr konsequente Umsetzung für den Naturschutz. Das große Ziel Nationalpark Senne sei verschoben worden, bleibe aber bestehen.
Erfreulich sei die rasche Reaktion des NRW-Umweltministeriums auf die Ansiedlung von mindestens einem Wolf auf dem Truppenübungsplatz Senne.

Die Ausweisung des sogenannten Wolfsgebiets ermögliche es Weidetierhaltern, Vorbeugemaßnahmen gegen Übergriffe zu treffen und Unterstützung vom Land zu erhalten. Sollte es zu Verlusten durch Wolfsrisse kommen, erwartet Otte schnelle, angemessene und unbürokratische Regulierung der Schäden: „Wir benötigen extensive Weidetierhaltung für die Offenland-Lebensräume auf Magerrasen und Mooren. Wir können aber nicht zulassen, dass in einer nur emotional geführten Debatte der Wolf etwa gegen die Orchideen ausgespielt wird."

Die Lage an den Fließgewässern ist größtenteils unbefriedigend. OWL ist meilenweit vom Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie entfernt, alle Gewässer in einen „guten ökologischen Zustand" zu bringen.
Große Sorgen bereitet Naturschützern der bedrohliche Artenschwund in OWL. Karsten Otte: „Wo vor 30, 40 Jahren im Frühling unzählige Feldlerchen Konzerte anstimmten, sinken nun die Bestände ins Bodenlose. Es herrscht ein stummer Frühling. Manche Orte in OWL sind praktisch Feldlerchen-frei!"

Hintergrund des Aussterbens von Feldlerche, Kiebitz, Wachtel und vieler Insektenarten ist eine zu äußerster Effizienz getriebene Landwirtschaft sowie Flächenfraß.

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