Warburger Zuckerfabrik wird geschlossen

Die Kampagne 2019 soll die letzte sein

Hermann Ludwig

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Südzucker schließt im Zuge der Umstrukrierung die Warburger Zuckerfabrik. - © Stefan Boes (Archiv)
Südzucker schließt im Zuge der Umstrukrierung die Warburger Zuckerfabrik. (© Stefan Boes (Archiv))

Warburg. Der Vorstand der Südzucker AG hat dem Aufsichtsrat heute Pläne vorgelegt, die Zuckerfabrik in Warburg mit 60 Mitarbeitern und die Zuckerfabrik in Brottewitz in Brandenburg mit 90 Mitarbeitern zu schließen. "Diese Pläne müssen jetzt noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden", sagte Pressesprecher Dominik Risser auf Anfrage. Voraussichtlich soll die Kampagne 2019 noch durchgeführt werden

Der Vorstand hatte zuvor Pläne bekannt gegeben, durch Werksschließungen 700.000 Tonnen Zucker jährlich weniger auf den Markt zu bringen. Diese Menge soll nun durch die beiden Werksschließungen erreicht werden. "Da geht ein Stück Industriegeschichte verloren", meinte Pressesprecher Risser mit Bedauern. Die 1882 errichtete Zuckerfabrik in Warburg ist das älteste Industrieunternehmen in der Stadt Warburg.

Einzige Südzucker-Fabrik, die Bio-Zucker produziert

Derzeit liefern 800 Landwirte ihre Rüben an die Warburger Zuckerfabrik, dazu zählen auch Biobauern. Bislang war die Warburger Zuckerfabrik die einzige Fabrik im Südzucker-Verbund, die Biozucker hergestellt hat. In der Kampagne 2019 soll das Werk Rain in Bayern ebenfalls Biorüben verarbeiten.

"Die Mitteilung der Südzucker hat uns völlig überrascht. So geht man
nicht mit einem Standort um. Wir waren immer sehr daran interessiert,
dass der Standort Warburg erhalten bleibt. Wir sind hier inmitten einer
Rübenanbauregion, das ist auch für unsere Landwirte enorm wichtig", sagt
Bürgermeister Michael Stickeln, der erst bei der Grünen Woche in Berlin
gemeinsam mit dem ehemaligen Direktor der Zuckerfabrik Christian Voß
engen Kontakt zu Vertretern der Südzucker AG hatte. "Mit dieser
Schließung wird die Südzucker viele Rübenanbauer aus der Region
verlieren", so Stickeln.

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