Pausenbrot-Prozess: Klaus O. hortete große Mengen giftiger Stoffe

Nils Middelhauve

Symbolfoto - © Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto (© Symbolfoto: Pixabay)

Schloß Holte-Stukenbrock/Bielefeld. Der Sachverständige beginnt mit einem drastischen Beispiel: Drei Tropfen Dimethylquecksilber auf dem Handschuh einer Wissenschaftlerin hätten dereinst ausgereicht, die Frau zu töten. Kaum vorstellbar, dass der 57-jährige Klaus O. in seinem heimischen Keller 500 Milliliter des ebenso giftigen Stoffs Methylquecksilber aufbewahrte – in einem leeren Mayonnaisen-Glas, lediglich durch einen Schraubverschluss gesichert.

Vor dem Bielefelder Landgericht erstattete nun der Kriminaltechniker Hellmut Mahler sein Gutachten im Verfahren gegen den Mann, der in Schloß Holte-Stukenbrock drei Arbeitskollegen mittels vergifteter Pausenbrote töten wollte.

"Erschreckende Erkenntnisse"

Im Keller von Klaus O. hatten die Ermittler neben Spuren weiterer toxischer Substanzen große Mengen von Blei-und Quecksilberverbindungen sichergestellt. Darüber hinaus, so der Chemiker, hätten sich alle Apparaturen, die man zur Herstellung der fraglichen Gifte braucht, im Haus des Angeklagten befunden.

„Wir haben vom Gutachter heute erschreckende Ergebnisse hinsichtlich der Menge der Gifte gehört", sagte Rechtsanwalt Ralph Niemeier. Niemeier vertritt im Prozess ein mutmaßliches Opfer des Angeklagten. Der Arbeitskollege von O. sollte mit Bleiacetat vergiftet werden – auf einem seiner Butterbrote hatte sich ausweislich des Gutachters die 40-fache Menge des Wochengrenzwerts befunden. Der Prozess wird am 8. Februar fortgesetzt.

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