NRW-Eltern wollen frühe Einschulungen verhindern

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Einschulung (© Symbolfoto: Pixabay)

Düsseldorf (dpa). Mehr als 42.000 Unterschriften für eine Rückverlegung des Einschulungsstichtags werden heute im Düsseldorfer Landtag übergeben. Petitionsausschussmitglied Sigrid Beer will die Unterschriften von der Initiatorin der Petition, Sylvia Montanino, entgegen nehmen.

Montanino will erreichen, dass Kinder mit Geburtstag im Spätsommer nicht schon mit fünf Jahren zur Schule gehen müssen. Dazu soll der Stichtag für die Einschulung vom 30. September auf den lange üblichen 30. Juni des gleichen Jahres zurückverlegt werden.

Eltern sollen entscheiden, ob ihr Kind alt genug ist

Montanino will außerdem, dass Eltern mit Kindern, die zwischen Juli und Ende September geboren sind, selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind schon für alt genug halten. Für ihr Anliegen hatte sie über eine Online-Plattform binnen eines Monats insgesamt 42.153 Unterschriften von Bürgern gesammelt. Sie waren bereits vor zwei Wochen regulär eingereicht worden.

Zu dem Termin im Landtag wird auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erwartet. Ihr Ministerium hatte sich zuletzt zurückhaltend zu dem Vorstoß geäußert. „Der Einschulungsstichtag ist schulgesetzlich geregelt und es gibt keine Bestrebungen, Änderungen vorzunehmen", teilte das Ministerium mit. Die Ministerin habe bereits nach ihrer Amtsübernahme auf die Elternwünsche reagiert. Seither können Schulleiter bei ihrer Entscheidung neben dem schulärztlichen Gutachten auch weitere von den Eltern vorgelegte Stellungnahmen von Fachärzten oder Therapeuten einbeziehen.

SPD-Abgeordneter unterstützen Diskussion

Mehrere Abgeordnete äußerten sich auf der Website der Petition. So schrieb etwa der SPD-Abgeordnete André Stinka, dass er eine öffentliche Anhörung im Schulausschuss unterstütze. Er kündigte an, dass die SPD es auf die Tagesordnung setzen werde. Stichtage sollten grundsätzlich nur der Orientierung dienen und eine Entscheidung individuell getroffen werden, schrieb Stinka. „Dazu ist es sinnvoll, dass Eltern in Absprache mit den Kindergärten und den zuständigen Kinderärzten gemeinsam entscheiden, was für das Kind das Beste ist."

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