Kostenlos in den Club? Diskothek lässt Bielefelder Influencer abblitzen

Matthias Schwarzer

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YouTuber Luca Scharpenberg alias "Concrafter". - © Geisler-Fotopress
YouTuber Luca Scharpenberg alias "Concrafter". (© Geisler-Fotopress)

Bielefeld. YouTuber und Instagram-Stars haben in den sozialen Netzwerken hunderttausende Follower. Und mit ihrer Reichweite machen sie auch ordentlich Asche: Viele Unternehmen bezahlen die Influenzer, damit diese ihre Produkte in die Kamera halten. Oftmals bekommen sie Beauty-Artikel und technischen Schnickschnack auch kostenlos zugeschickt.

Ein Düsseldorfer Club hatte auf eine solche Kooperation offenbar keine Lust - und ließ den Influencer Luca Scharpenberg (alias "Concrafter") knallhart abblitzen. Darüber beschwert sich der in Bielefeld geborene YouTuber nun lautstark in einem Video.

Kostenlos feiern in Düsseldorf

Laut Scharpenberg hat sich der Fall so zugetragen: Er und einige Freundinnen wollten am Wochenende einen Partyabend in Düsseldorf verbringen. Der YouTube-Vlogger bat daraufhin seinen Manager, ihm kostenlosen Eintritt in einem Club in der Düsseldorfer Altstadt klarzumachen. Zudem habe er den Zutritt zur VIP-Area und kostenlose Getränke verlangt.

Warum sollte ein Club so einen Deal eingehen? Für einige Posts und Verlinkungen auf Instagram natürlich. Denn das nützt schließlich auch dem Club und macht ihn bekannter. Kooperationen dieser Art sind tatsächlich Gang und Gäbe: Auch mit anderen Diskotheken habe es bereits solche Deals gegeben, erklärt der 23-Jährige im Video.

Explizit nennt er beispielsweise das Bootshaus in Köln: "Da ist es immer echt entspannt, wenn wir da rumkommen und da ist ne riesen Schlange. Dann lotsen die uns dran vorbei." Vor dem Club stünden schließlich auch immer Fans, die Fotos machen wollten. "Ich verlinke den Club - und wir haben im Gegenzug einen guten Abend oben im 'coolen Bereich'".

"Der Laden läuft auch ohne deine Posts"

Die Diskothek in Düsseldorf war von diesem Vorschlag allerdings nicht sonderlich angetan. Auf YouTube veröffentlichte Scharpenberg private WhatsApp-Nachrichten zwischen ihm und dem Club-Betreiber. Auf die Frage nach einer Kooperation antwortete dieser trocken: "Der Laden läuft auch ohne deine Posts gut."

Im weiteren Verlauf der Unterhaltung wird die Diskothek noch deutlicher: "Du verdienst doch nicht schlecht, meinst du nicht, dass du 100 Euro auf der Tasche hast?"

Scharpenberg selbst sah sich durch dieses Ereignis offenbar so auf den Schlips getreten, dass er ein 14-minütiges Video zum Vorfall produzierte. Das Verhalten des Club-Betreibers bezeichnet er als "arrogant" und "unprofessionell".

"Du fühlst dich wie Gott"

Bei der YouTube-Community kommt das Video gar nicht gut an. Ein Nutzer kommentiert: "Dieses ganze Video ist einfach eine Unverschämtheit. Nur weil du auf irgendwelchen Plattformen Millionen von Teenagern hast, die dir folgen, fühlst du dich direkt wie ein Gott, auf dessen Reichweite jeder angewiesen ist? Du benutzt deine Follower, um dir einen schönen Abend zu machen und empfiehlst ihnen dafür irgendwelche Clubs, die du nicht mal kennst?"

Ein anderer schreibt: "3,7 Millionen Follower die seinen Lebenstil finanzieren. Man sieht, wie viel ihm die bedeuten wenn ihm im Grunde scheiß egal ist was er da promotet." Und ein weiterer Nutzer merkt an: "An diesem Beispiel erkennt man, wie abgehoben manche Influencer sind! Ich feier diesen Club-Betreiber für diese Antworten."

Influencer stehen immer wieder wegen solcher Aktionen in der Kritik. Zuletzt sprach beispielsweise ein Hotel in Dublin ein Hausverbot für Social-Media-Stars aus. Eine Bloggerin hatte hier im Gegenzug für Werbung kostenlos übernachten wollen.

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