Klimademo auch in den Ferien: "Es geht nicht ums Schule schwänzen"

Martin Krause

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Schülerdemo in Bielefeld: Der Protest der "Fridays for Future"-Bewegung fand am Feiertag auf dem Jahnplatz statt. - © Mika
Schülerdemo in Bielefeld: Der Protest der "Fridays for Future"-Bewegung fand am Feiertag auf dem Jahnplatz statt. (© Mika)

Bielefeld. Ole klingt fast ein bisschen empört: "Es geht uns doch nicht darum, die Schule zu schwänzen", antwortet der 18-jährige Bielefelder auf die Frage, warum Schüler sich auch an einem Feiertag mitten in den Ferien und bei strahlendem Sonnenschein zur Freitagsdemonstration in der Bielefelder Innenstadt treffen. "Es geht uns um die Sache", stellt er klar. Johanna aus Herzebrock ist genauso entschieden: "Es reicht nicht, nur in der Schulzeit zu demonstrieren", sagt die 15-Jährige. "Der Klimawandel geht ja weiter."

Mehr als 100 Schüler und Schülerinnen aus Bielefeld und Umgebung sind am Karfreitag zur nun schon fast traditionellen Demo erschienen, die diesmal auf dem Bielefelder Jahnplatz statt vor dem Rathaus stattfand. Die jugendliche Klimaschutz-Bewegung hat sich in Bielefeld inzwischen breit organisiert, wie Maja Grundmann (19) erklärt: Bei einer ersten "Vollversammlung" vor gut zwei Wochen wurden ein halbes Dutzend Arbeitsgruppen aufgestellt, die sich mit jeweils fünf bis zehn Mitgliedern um Dinge wie Organisation (der Demos) oder Öffentlichkeitsarbeit kümmern.

Zweite Vollversammlung am 3. Mai in der Uni Bielefeld

Zur zweiten Vollversammlung sind alle interessierten jungen Leute eingeladen, wie Toby Warkentin von der Organisations-Arbeitsgruppe betont: Die Versammlung sei am Freitag, 3. Mai, um 18 Uhr in der Universität Bielefeld (T2-213) geplant.

Ein besonderes Event soll auch die Fridays-for-Future-Demonstration am kommenden Freitag werden, dann wieder vor dem Bielefelder Rathaus: Die Orga-Gruppe plant für den 26. April um 12 Uhr eine Tanz-Demo mit Musik.

"Es geht um unsere Zukunft - und die aller Menschen"

Für Ann-Katrin (16) aus Neubeckum sind die Demos nicht nur eine Gelegenheit, sich für den Klimaschutz zu engagieren, sondern auch, um erst einmal Informationen zu sammeln: "Wenn die Politiker sagen, dass der Kohleausstieg erst 2030 machbar ist, wir aber hier hören, dass er auch schon fünf Jahre früher möglich wäre, dann hilft das, die Sache differenzierter zu sehen." Jonas (17) aus Bielefeld erhofft sich ebenfalls Informationen - zum Beispiel über kleine Klimaschutz-Maßnahmen, die jeder zuhause umsetzen kann: "Weniger Müll produzieren zum Beispiel, und mehr auf die Herkunft von Nahrungsmitteln achten."

Das sieht auch Sarah (17) aus Bielefeld so: "Jeder kann Energie und andere Ressourcen sparen, Fahrrad fahren, weniger Plastik benutzen . . ." Sie macht sich Sorgen um eine Verschärfung des Klimawandels, wachsenden Wassermangel oder noch mehr Naturkatastrophen. Sie sieht es wie Aaron (17) aus Bielefeld und viele Gleichgesinnte in aller Welt: "Es geht ja um unsere Zukunft - und die von allen Menschen".

In ganz NRW demonstrierten erneut mehr als 2.000 Jugendliche

In ganz NRW haben trotz der Ferien und des Feiertags mehr als 2.000 Schüler und Studenten von „Fridays for Future" für den Klimaschutz demonstriert. Zu der größten Protestaktion in Köln kamen rund 800 Aktivisten. MIt einem Schweigemarsch durch die Innenstadt wollten sie auf die schwindenden Fischbestände in den Meeren aufmerksam machen.

Auch in anderen Städten in NRW demonstrierten junge Klimaschützer. In Düsseldorf versammelten sich rund 300 Schüler vor dem Landtag zu einer Mahnwache, auch in Bochum (90), Bottrop (100), Dortmund (450), Essen (200) und Mönchengladbach (70) wurde auf den Straßen protestiert.

Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (16), die die Protestbewegung ins Rollen brachte, war bei einer Demo in Rom dabei: Eine Sprecherin der „Fridays for Future"-Bewegung in Italien sprach von rund 25.000 Teilnehmern.

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