Dritte Neonazi-Demo findet heute in Bielefeld statt

Jens Reichenbach

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Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres bereitet sich die Polizei auf eine Neonazi-Demo in Bielefeld vor. - © Sarah Jonek
Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres bereitet sich die Polizei auf eine Neonazi-Demo in Bielefeld vor. (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Zum dritten Mal seit der Inhaftierung der 90-jährigen Volksverhetzerin Ursula Haverbeck im Mai 2018 werden in Bielefeld Neonazis demonstrieren. Die Partei „Die Rechte NRW" hat für Dienstag, 7. Mai, eine abendliche Kundgebung vor der Justizvollzugsanstalt Brackwede angemeldet. Das bestätigte jetzt Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Auch zwei Gegendemonstrationen sind angemeldet.

Der Anmelder rechnet mit etwa 50 Teilnehmern. Die Demo ist von 19.30 bis 22 Uhr geplant und wird am Ort der Kundgebung bleiben. Das heißt, einen langen Neonazi-Marsch durch die Stadt wird es diesmal nicht geben. Erst am 10. November hatte ein Aufmarsch von 400 extrem rechter Demonstranten zu einem der größten Polizeieinsätze in der jüngeren Bielefelder Vergangenheit geführt. Am 10. Mai 2018 waren 350 Neonazis vom Queller Bahnhof zum Gefängnis marschiert.

Antifa maschiert ab 17 Uhr durch die Innenstadt

„Aufzüge zu begleiten, ist natürlich deutlich aufwendiger, als eine stehende Kundgebung zu schützen", betont auch Sonja Rehmert. Trotzdem werde die Polizei auch am 7. Mai mit großem Personalaufwand die Kundgebung vor der Justizvollzugsanstalt begleiten.

Zwei Gegendemonstrationen sind ebenfalls für Dienstag geplant. Das „Bündnis gegen Rechts" hofft ab 19 Uhr am Wolfspfad auf laute Teilnahme an der Gegendemo. Ein Großteil der Teilnehmer will um 18.30 Uhr von der Ecke Carl-Severing-/Queller Straße im Korso zum Kundgebungsort radeln.

Für die Polizei ist das ebenfalls eine Demo. Wegen des dritten Neonazi-Auftritts in Bielefeld innerhalb von zwölf Monaten wird zuvor noch das „Antifaschistische Bündnis Bielefeld" durch die Innenstadt marschieren. Ab 17 Uhr geht es am Hauptbahnhof unter dem Motto „Solidarität statt Nationalismus – gegen ein Europa der Vaterländer" los.

Das Bündnis wolle dabei thematisieren, wie Vertreter nationalistischer und rechter Parteien versuchen, ihren Einfluss in Europa zu vergrößern. Die Antifa-Demo zieht durch die Fußgängerzone und endet am Jahnplatz. Anschließend will auch das Antifa-Bündnis zur Gegendemo wechseln. Antifa-Sprecherin Anna Schmidt: „Antisemitismus und Holocaustleugnung sind ein Verbrechen. Faschismus ist eine Ideologie der Vernichtung."

Interessant: Nach der November-Demo war es um Ursula Haverbeck im Gefängnis sehr ruhig geworden. Die große Welle der Solidarität und die zuvor regelmäßigen Besuchsanfragen von rechten Gesinnungsgenossen waren nach Informationen der Lokalredaktion damals mit einem Mal eingeschlafen.

Doch mit der anstehenden Europawahl regt sich nun die Neonazi-Partei wieder. Denn die inhaftierte Ursula Haverbeck (90) ist ihre Spitzenkandidatin. Das Motto der Kundgebung am 7. Mai: "Freiheit für die Spitzenkandidatin der Partei die Rechte" zur Europawahl.

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