Tödlicher Hundevirus breitet sich in OWL aus

Carolin Nieder-Entgelmeier

  • 0
Symbolbild Hund - © Pixabay
Symbolbild Hund (© Pixabay)
Mit der wachsenden Waschbär-Population in OWL steigt auch die Zahl der Waschbären, die an Staupe erkranken. - © Carolin Nieder-Entgelmeier
Mit der wachsenden Waschbär-Population in OWL steigt auch die Zahl der Waschbären, die an Staupe erkranken. (© Carolin Nieder-Entgelmeier)

Detmold/Düsseldorf. Die Viruserkrankung Staupe breitet sich wieder in NRW aus. Die Veterinärämter des Landes melden seit Beginn des Jahres vermehrt Staupe-Fälle bei Wildtieren, vor allem bei Waschbären und Füchsen. Wie schon in der Vergangenheit sind die Fallzahlen in OWL besonders hoch. Gefährlich ist die hochansteckende Krankheit besonders für Hunde, denn in vielen Fällen endet sie tödlich. Trotz dieser Gefahr beobachten Veterinäre eine zunehmende Impfmüdigkeit bei Hundebesitzern. Deshalb raten Experten dringend dazu, den Impfstatus von Hunden überprüfen und auffrischen zu lassen. Auch, um eine Staupe-Ausbreitung zu verhindern.

Hunde ohne Impfschutz können sich nach Angaben des Herforder Tierarztes Johannes Otte beim Kontakt mit kranken Hunden und Wildtieren und deren Ausscheidungen infizieren. Auch Menschen können das Virus über Schuhe und Kleidung übertragen. Gefährdet sind Hunde jeden Alters, besonders jedoch Jungtiere. „Zu Beginn der Krankheit ist der Hund zunächst appetitlos, wirkt angeschlagen und hat Fieber", erklärt Otto.

Erkrankte Wildtiere verlieren die Scheu vor Menschen

Abhängig von den Krankheitsanzeichen wird nach Angaben der Bundestierärztekammer zwischen drei Verlaufsformen unterschieden: Darmstaupe, Lungenstaupe oder Nervenstaupe. Die Symptome reichen von Durchfall und Erbrechen über Husten und Atembeschwerden bis hin zu Krämpfen und Bewegungsstörungen. „Erkrankte Wildtiere fallen häufig auf, weil sie die Scheu vor Menschen verlieren", ergänzt Veterinär Michael Schürmann von der Tierseuchenüberwachung beim Veterinäramt Kreis Lippe.

Hundebesitzer sollten nach Angaben von Schürmann deshalb darauf achten, dass sie ihre Hunde im Wald anleinen und verhindern, dass sie tote Wildtiere oder dessen Exkremente berühren. „Der einzige sichere Schutz vor Staupe bietet allerdings nur ein ausreichender Impfschutz", erklärt Otto. „Hunde sollten in der achten und zwölften Lebenswoche sowie mit einem Jahr gegen Staupe geimpft werden. Aufgefrischt werden sollte die Impfung danach jedes Jahr." Auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt Impfungen gegen Staupe.

Beim Impfschutz beobachtet die Bundestierärztekammer jedoch bei vielen Tierhaltern eine nachlässige Haltung. „Die sich besonders bei Welpen und alten Hunden bitter rächen kann und immer wieder zu Krankheitsausbrüchen führt", erklärt Präsident Theo Mantel. „In gut durchgeimpften Populationen von rund 70 Prozent bleiben auch ungeimpfte Tiere gesund. Reißt die Impfdecke, breitet sich die Krankheit jedoch erneut aus."

Information

Fälle in OWL

Seit 2005 gilt OWL als Zentrum der Staupe-Infektionen bei Wildtieren in NRW. Laut Landesamt für Natur NRW werden aus OWL seitdem jährlich Fälle berichtet. „Im Jagdjahr 2018/2019 wurden von 29 untersuchten Tieren, 23 positiv auf Staupe getestet", erklärt Veterinär Michael Schürmann vom Kreis Lippe. „Nach einem Rückgang der Fälle 2013, stiegt die Fallzahl seit 2017 wieder an." Untersucht werden Tiere aus OWL im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt OWL in Detmold.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!