Münsteraner entwickeln "Dogscanner" um Hunderassen zu identifizieren

Friderieke Schulz

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Der Dogscanner zwigt für dieses Bild die Rasse Schäferhund an. - © Symbolfoto: pixabay
Der Dogscanner zwigt für dieses Bild die Rasse Schäferhund an. (© Symbolfoto: pixabay)

Münster. „Ach, was ist das denn für eine Rasse?", Hundehalter kennen diese Frage nur zu genüge. Auch Kai Lübke, Geschäftsführer bei Siwalusoftware (Münster) und Hundebesitzer, hat sie schon oft gestellt bekommen und musste daher nicht lange von Tim Terfort über den Sinn und Hintergrund seiner App „Dogscanner" aufgeklärt werden, als er ihn mit ins Boot holte.

Die App erübrigt die Frage. Mit einem Klick gibt sie die Antwort auf die Rasse-Frage. Informatiker Terfort, Spezialist für künstliche Intelligenz, suchte eine Praxisaufgabe für seine Arbeit – und kam dabei auf den Hund. Inzwischen gibt es die App auch für Katzenbesitzer. Rund eine Million Menschen nutzen die Mini-Programme weltweit, die meisten aus den USA und Deutschland. „Tim war selbst überrascht, wie viele Menschen es nutzen", sagt Lübke über den Erfinder. Er selbst hatte als Hundebesitzer keine Zweifel.

Denn die Zahl der Hundebesitzer ist riesig – „im Vergleich gibt es eine relativ überschaubare Anzahl an Hunderassen." Die Rassestandards sind beim internationalen Dachverband FCI genauestens festgelegt und in der App gespeichert. Die künstliche Intelligenz erkennt die gespeicherten Attribute und kann verschiedene Merkmale kombinieren und prozentuale Wahrscheinlichkeiten einer Mischung feststellen.

Sie bestimmt also auch Mischlinge, und genau das macht es für viele Interessierte spannend. „Viele Menschen wissen selbst nicht genau, welche Rassen in ihrem Hund stecken", weiß Lübke. Die App könnte auch für Behörden interessant sein – zum Beispiel wenn es darum geht, als gefährlich eingestufte Rassen in einem Mischling zu identifizieren.
Kein Wunder also, dass sich bei Lübke und Entwickler Terfort Kooperationsanfragen diverser Interessenten häufen.

„Man kann die App auch auf andere Tiere und Gegenstände ausweiten. Mal schauen", sagt Lübke. Er empfiehlt die App auf jeden Fall jedem, der ihn beim Gassigehen anspricht und fragt: „Was ist das denn für eine Rasse?"

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