Messerstecher aus Hiddenhausen stellt sich der Polizei

Jobst Lüdeking

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Trauer: Freunde und Bekannte haben Blumen in der Nähe des Tatorts abgelegt. - © Jobst Lüdeking
Trauer: Freunde und Bekannte haben Blumen in der Nähe des Tatorts abgelegt. (© Jobst Lüdeking)

Hiddenhausen/Herford. Der Messerstecher von Hiddenhausen, der in der Nacht zum Freitag den 31-jährigen Ibrahim A. (Name geändert) auf offener Straße tötete, ist gefasst. Der Mann hatte sich am Freitagnachmittag bereits der Polizei gestellt. Am Samstag erließ ein Richter Haftbefehl gegen den 30-Jährigen. Der Mann soll polizeibekannt sein. Die Mordkommission ist dabei, dem Motiv für die Tat auf den Grund zu gehen und auch zu klären, ob weitere Personen beteiligt waren.
„Allein hätte ihn der Täter nicht niederstechen können", sagt ein Freund des Opfers. Der junge Mann hat gerade zusammen mit seiner Freundin am Tatort in Eilshausen des Opfers gedacht. „Wir sind gemeinsam in Bünde zur Schule gegangen", berichtet der Freund. „Er war freundlich, fröhlich, hat alle seine Freunde immer mit Habibi, das heißt Schatz, angesprochen", erzählt der junge Bünder über den Verstorbenen. Neben seinem Job als Küchenmonteur habe A. auch noch als Sicherheitsmann gearbeitet.

Worin genau das Motiv liegt ist bislang noch unklar. „Dieses ganze Clan-Gerede", ergänzt der Freund „ist totaler, kompletter Quatsch. Nur weil seine wie auch meine Familie aus dem Libanon kommt."

Der Freund geht davon aus, dass es um eine Beleidigung ging. Der mutmaßliche Täter ist Angehöriger einer jesidischen Familie, das Verhältnis zwischen beiden Glaubensrichtungen nicht spannungsfrei. Tage zuvor sei es zu einem ersten Aufeinandertreffen zwischen Ibrahim und dem späteren Täter gekommen. Das Aufeinandertreffen sei eskaliert, Ibrahim habe dem Täter die Nase gebrochen, das habe der wohl nicht auf sich sitzen lassen wollen und A. am Freitagabend in eine Fall gelockt, mutmaßt der Freund. Ibrahim A. habe sich am Abend seines Todes von seiner Freundin verabschiedet und gesagt, er sei gleich wieder da. Die rund 500 Meter zur Kreuzung ging er dann wohl zu Fuß. „Ich bin überzeugt, dass da mehr Leute dabei gewesen sind", ergänzt der Freund. „Er war viel zu groß und zu stark. Das hat schon mehr gebraucht, um ihn zu treffen."

Der erste Angriff fand wohl auf der gegenüberliegenden Straßenseite statt. Helfer, die den zu diesem Zeitpunkt noch lebenden 31-Jährigen kurz danach fanden, legten ihn zur Versorgung auf den Platz vor der Bäckerei. Viele Menschen nahmen am Wochenende Abschied von dem 31-jährigen Deutsch-Libanesen. Kerzen, Blumen und Karten sind am Tatort abgelegt worden. An einem Stein ist eine libanesischen Flagge angebracht.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ist der Deutsch-Libanese mit mehreren Stichen getötet worden. Gegen 23.30 Uhr war er auf dem Boden liegend entdeckt worden. Noch in der Nacht bildeten Bielefelder und Herforder Polizisten die Mordkommission „Eilshausen". Das Opfer soll am Mittwoch im Libanon beigesetzt werden, so der Freund.

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