Stau nach A2-Unfällen bei Bielefeld - Lkw fahren durch Rettungsgasse

Jürgen Mahncke und Dennis Rother

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Symbolbild. - © Lino Mirgeler/dpa
Symbolbild. (© Lino Mirgeler/dpa)

Bielefeld/Kreis Lippe. Wegen einer Unfallserie auf der Autobahn 2 kam es am Montagmorgen- und mittag bei Bielefeld zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Drei Kollisionen ereigneten sich in Fahrtrichtung Dortmund innerhalb kürzester Zeit. Der Verkehr staute sich auf bis zu zehn Kilometer, es entstand Sachschaden in sechsstelliger Höhe.

Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich die erste Kollision gegen 10 Uhr zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Ost und Bielefeld Süd. Es war ein Auffahr-Unfall: Ein 55-Jähriger aus Lettland prallte mit seinem Sattelzug aufs Heck eines Lastwagens, in dem ein 62-Jähriger aus Polen am Steuer saß. Beide Fahrer blieben unverletzt, sie konnten ihre schweren Fahrzeuge auf den Seitenstreifen manövrieren. Der Sachschaden beträgt laut Polizeisprecherin Sarah Siedschlag rund 45.000 Euro.

Lastwagen fahren durch Rettungsgasse

Für Unfallaufnahme, Bergung und Beseitigung der Trümmer rückte dann neben Polizeikräften auch ein Absicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei aus. Der Wagen hielt auf der rechten Fahrspur, um die Gefahrenstelle von weitem erkennbar zu machen. Das markierte "Hindernis" sah gegen 11 Uhr offenbar ein 57-Jähriger aus Heinsberg (bei Aachen) zu spät. Der Lkw-Fahrer fuhr aufs Heck auf. Einmal mehr blieb es aber bei Blechschaden: 15.000 Euro.

Die rechte A 2-Spur musste nun gesperrt werden, der schon zuvor zähfließende Verkehr kam zum Erliegen. Fast bis zur Ansschlusstelle Ostwestfalen-Lippe standen die Autos. Etliche Lkw-Fahrer scherten sich um freie Bahn für Notärzte allerdings kaum: Sie fuhren durch die Rettungsgasse weiter, ohne zu wissen, ob es bei den Unfällen vor ihnen womöglich Schwerverletzte gab. Das entsetzte viele Autofahrer.

65.000 Euro Sachschaden am Kreuz Bielefeld

Fast zeitglich zum zweiten Unfall zwischen Bielefeld-Ost und Bielefeld-Süd wurde die Polizei zudem einige Kilometer weiter ans Kreuz Bielefeld gerufen. Auf der A33-Abbiegespur Richtung Norden war es im stockenden Verkehr zu einer folgenschweren Kettenreaktion gekommen: Ein 53-jähriger Lkw-Fahrer aus Cloppenburg prallte mutmaßlich wegen Unachtsamkeit zunächst aufs Heck eines Fiat Ducato. Der Fiat Ducato schob sich auf einen Seat vor ihm, der Seat auf einen Lexus und der Lexus noch auf einen Mercedes.

Der 69-jährige Ducato-Fahrer wurde beim Zusammenstoß leicht verletzt, die anderen Autoinsassen kamen ohne Blessuren davon. Einmal mehr war der Sachschaden allerdings erheblich. Nach groben Schätzungen beträgt er insgesamt 65.000 Euro.

Weil mehrere der an den drei Unfällen beteiligten Autos und Lkw abgeschleppt werden mussten, kam es bis 13.30 Uhr wegen Sperrungen zu Stop-and-go-Verkehr. Gegen 13.45 Uhr floss der Verkehr schließlich wieder.

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