Vergewaltigung an Karneval: Angeklagter gesteht vor Gericht

Nils Middelhauve

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Justizia (© Pixabay)

Schloß Holte-Stukenbrock/Bielefeld. Es sei ein spontaner Entschluss gewesen, sagte der Angeklagte in der Verhandlung, ein Entschluss, den er sich heute nicht mehr erklären könne. Vor dem Bielefelder Landgericht hat ein 25-jähriger Mann nun eingeräumt, in der Nacht auf den 1. März dieses Jahres an der Holter Straße in Stukenbrock eine 16 Jahre alte Jugendliche in ein Gebüsch gestoßen und vergewaltigt zu haben.

Ihm sei an jenem Abend zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen, so dass er sich zu späterer Stunde mit seinem Auto von Bielefeld aus auf den Weg zur Weiberfastnacht in Stukenbrock gemacht habe, berichtete Uwe B. (Namen aller Betroffenen geändert) in der Verhandlung. Als er nach einer Weile die Veranstaltung zu Fuß in Richtung seines Autos verlassen habe, habe er die junge Frau auf dem Gehweg bemerkt. „Ich habe sie wahrgenommen, mir aber nichts dabei gedacht", berichtete er.

„Ich habe sie dann an der Hüfte vor mir her in das Waldstück geschoben"

Warum es dann schließlich zu der Tat kam, vermochte B. nicht zu sagen. „Ich habe sie dann an der Hüfte vor mir her in das Waldstück geschoben", hieß es weiter – einen Griff an den Hals, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, habe es nicht gegeben.

Auch will B. keinerlei Gegenwehr seines Opfers, weder verbaler, noch körperlicher Natur, wahrgenommen haben: „Wahrscheinlich hatte sie einfach Angst." Nach der Vergewaltigung zerschnitt der Täter noch den BH seines Opfers und steckte diesen in eine Jackentasche. Auch für diese Handlung fand B. vor Gericht keinerlei Erklärung. Nach der Tat soll er der jungen Frau gegenüber geäußert haben, sie könne jetzt nach Hause gehen und ihren Rausch ausschlafen. Dies bestritt B. jedoch – vielmehr habe er in jenem Moment Mitleid mit der Frau verspürt.

Nachdem B. von seinem Opfer abgelassen hatte, ging er wieder seines Weges. Die 16-Jährige wandte sich hilfesuchend an einen Passanten, der wiederum die Polizei verständigte. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung sorgte dafür, dass Uwe B. kurze Zeit später festgenommen wurde. „Ich sah das Polizeiauto auf mich zukommen und bin zunächst noch ein Stück weggerannt, habe mich dann aber gestellt", sagte B. vor Gericht. Der Prozess wird am 11. Juni fortgesetzt.

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