Bielefelder Polizist tötet seine Mutter und dann sich selbst

Jens Reichenbach

- © Symbolbild: LZ
Polizei (© Symbolbild: LZ)

Bielefeld. Ein Bielefelder Polizist soll am Dienstag seine Mutter und anschließend sich selbst umgebracht haben. Das besagen Informationen unseres Kooperationspartners NW.de am Mittwochabend. Demnach soll der 45-Jährige bei der Tat ein Messer eingesetzt und damit seiner Mutter tödliche Verletzungen zugefügt haben.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte am Abend, dass in dem Fall die Polizeibehörde Münster ermittelt. Deshalb könne man selbst zu dem Vorfall keine Stellung nehmen. Ein üblicher Vorgang: Tatsächlich ermittelt bei Taten von Polizeibeamten in der Regel nicht die eigene Behörde.

Seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung

Wie zu erfahren war, war der Beamte der Bereitschaftspolizei seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung und aktuell nicht im Dienst. Deswegen ist davon auszugehen, dass eine schwere Depression Auslöser für die Tat war.

Psychologen sprechen von einem "erweiterten Suizid", wenn Suizidenten auch Angehörige töten. Die Polizei verwendet diesen Begriff nur, wenn der Angehörige und der Täter gemeinsam beschlossen haben, aus dem Leben zu scheiden. Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an.

Erst am Pfingstmontag hat sich ein ähnlicher Fall in Warstein (Kreis Soest) ereignet. Hier hat nach Angaben der Polizei ein 64-jähriger Mann zunächst seine Ehefrau (63) mit einem Hammer attackiert und sich anschließend selbst getötet. Die Frau überlebte schwer verletzt.

Information

Anmerkung der Redaktion

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, es sei denn, es gibt besondere Gründe für eine erhöhte Aufmerksamkeit. Wir halten uns möglichst zurück, da es bei Suiziden eine hohe Nachahmerquote gibt.

Sollten Sie sich von besonderen Lebensumständen betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge. 

Unter der kostenlosen Hotline
0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie 24 Stunden am Tag Hilfe und Beratung.

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