Kurios: Hunderte Radfahrer sind in Bielefeld geblitzt worden

Joachim Uthmann

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Hunderte Radfahrer sind Blitzer "Bernhard" in die Falle gegangen. - © Jens Reichenbach
Hunderte Radfahrer sind Blitzer "Bernhard" in die Falle gegangen. (© Jens Reichenbach)

Bielefeld. Blitzer "Bernhard" soll Raser stoppen. In der Ravensberger Straße erwischten er und sein Vorgänger Peter im Mai dabei aber nicht nur zu schnelle Autofahrer - sondern auch reichlich Radfahrer. Mehr als 2.500 mal lösten die halbstationären Lasergeräte aus - und mehr als 600 mal traf es Radfahrer. Die dürften äußerst verdutzt geschaut haben.

Bekannt wurde das, weil die CDU in der Bezirksvertretung Mitte fragte, wie hoch der Anteil von Autos, Lkw, Radfahrern und sonstigen an den Verstößen sei. Das Ordnungsamt antwortete genau. Zur ersten Woche: "Von insgesamt 1.476 Tempoverstößen waren Pkw 1.119 (75,8 %), Lkw 5 (0,3 %), Krafträder 9 (0,6 %), Fahrräder 343 (23,2 %)."

Überschreitungen von 99,08 Prozent

Das war die Bilanz von Bernhards Vorgänger Peter vom 29. April bis 6. Mai zwischen Turner- und August-Bebel-Straße. Ähnlich verteilt lagen die Zahlen bei der zweiten Messung vom 8. bis 18. Mai zwischen August-Bebel- und Teutoburger Straße, als Bernhard insgesamt 1.196 Verstöße feststellte, in beide Richtungen. Hier wurden 274 zu schnelle Radler registriert.

Doch wie konnten Radfahrer in die Falle geraten? In der Ravensberger Straße gilt, weil Spielstraße, Höchsttempo 10 km/h. Und das halten nur die wenigsten ein. Bei allen Verkehrsteilnehmern habe die Quote der Überschreitungen bei 99,08 Prozent gelegen, teilte das Amt mit. Im Durchschnitt fuhren sie 23 km/h. Die Blitzer lösten erst bei knapp 20 km/h aus.

Aussortiert und verfallen

Die Stadt ließ dort blitzen, weil Anlieger zu schnelles Fahren beklagt hatten und ein Display dies bestätigt hatte. Schon einmal löste das Ärger aus, weil Autofahrer sich beschwerten, dass Bagger in einer Baustelle das entscheidende Verkehrszeichen verdeckt hatten. Das Ordnungsamt reagierte und ließ die Vorgänge verfallen.

Ähnlich wird es sich bei den Radfahrern jetzt verhalten, kündigte das Amt an. Auf die Frage, was mit den Aufnahmen der Radfahrer werde, antwortete es: "Sie werden aussortiert und nicht weiterverfolgt."

Schon einmal hatte einer der mobilen Blitzer in Bielefeld deutschlandweit für Aufsehen gesorgt:

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