Omnibus rast in Bad Oeynhausen in einen Vorgarten

Elke Niedringhaus-Haasper

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Erheblicher Sachschaden: Der Omnibus hat die Mauer der Familie Schwarz zerstört und steht in einer Buchenhecke. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Erheblicher Sachschaden: Der Omnibus hat die Mauer der Familie Schwarz zerstört und steht in einer Buchenhecke. (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Bad Oeynhausen. Fünf verletzte und zwei geschockte Personen, verärgerte Anwohner und ein Sachschaden, der auf rund 50.000 Euro geschätzt wird: Das ist die traurige Bilanz eines schweren Unfalls, bei dem am Samstagmittag ein Omnibus in einen Vorgarten an der Wielandstraße gerast ist. Dabei hatten die Unfallopfer Glück im Unglück: Denn das Krankenhaus ist nur wenige hundert Meter entfernt.

Lena und Jette Schwarz kauern auf den Resten der Mauern, die einst den Garten ihres Elternhauses begrenzt haben. Direkt neben dem grünen Bus der Linie 428, der jetzt mitten auf der Rasenfläche steht und erst in einer Buchenhecke zum Stehen kam. Und das nur einen Meter entfernt von dem Platz, auf den sich die beiden 18- und 20-jährigen Schwestern für ein Mittagspäuschen gesetzt hatten. Auf die Fragen der Polizeibeamten und der Rettungskräfte können Lena und Jette kaum antworten, so tief sitzt der Schock, den sie erlitten haben.

Es gab einen lauten Knall

Von einem lauten Knall und dem Schrei der beiden jungen Frauen alarmiert laufen ihr Bruder Julius und ihr Vater Wolfgang Schwarz aus dem Haus und erblicken die ganze Tragödie. Eine 47-jährige Busfahrerin hatte auf ihrer Fahrt vom Busbahnhof zum Krankenhaus auf der Kreuzung an der Wielandstraße mutmaßlich einem 59-jährigen Autofahrer aus Löhne die Vorfahrt genommen. Bei ihrem Ausweichmanöver kam sie erst im Vorgarten der Familie Schwarz zum Stehen. Im Bus saßen zum Unfallzeitpunkt etwa zehn Personen.

Dramatisch: Durch eine Mauer hindurch hat sich der Omnibus in einen Vorgarten an der Wielandstraße manövriert. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Dramatisch: Durch eine Mauer hindurch hat sich der Omnibus in einen Vorgarten an der Wielandstraße manövriert. (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Das Kuriose: Als die Polizei mit drei Einsatzwagen, die Feuerwehr mit zwei Fahrzeugen und zusätzlich noch drei Krankenwagen eintreffen, sind geschätzte sieben der Fahrgäste bereits aus dem Bus gestiegen und haben sich zu Fuß auf den Weg gemacht. Die anderen drei Mitreisenden, der Autofahrer und die Busfahrerin werden von Rettungskräften versorgt und ins Krankenhaus transportiert. Lena und Jette haben es einfacher - ihr Vater ist selbst Arzt.

Der Hausbesitzer ist verärgert: drei Unfälle in einer Woche

Der ist unglaublich verärgert darüber, dass sich erneut ein Verkehrsunfall vor seinem Haus ereignet hat. „Jede Woche passiert hier etwas. Schauen Sie sich nur den Masten dort an", sagt der Familienvater und zeigt auf den schiefen Pfahl vor sich. Und: „Unser Schlafzimmer liegt direkt zur Uhlandstraße hin. Vor allem in den Morgenstunden rasen die Autofahrer hier mit einer affenartigen Geschwindigkeit vorbei und schauen nicht nach rechts und links. Allein in der letzten Woche haben sich vor unserer Haustür drei Unfälle ereignet. Wir sind genauso wie die anderen Anwohner nervlich fix und fertig", moniert der Arzt, der die bestehende Verkehrsregelung für nicht ausreichend hält.

Alle Beteiligten sind geschockt

Genauso wie Lena und Jette sind auch die drei 22, 28 und 83 Jahre alten Fahrgäste geschockt und werden wie die Schwestern ebenfalls im Vorgarten der Familie Schwarz von den Sanitätern versorgt. Für Oliver Sander steht fest, dass die Busfahrerin dem Autofahrer, der auf der Uhlandstraße in Richtung Detmolderstraße unterwegs war, die Vorfahrt genommen hat. Der Polizeihauptkommissar schätzt den Sachschaden auf rund 50.000 Euro.

Nicht einfach hatten es auch die Bergungskräfte des Busses, aus dem der Treibstoff bereits ausgelaufen war, da sich das Gefährt tief in die Mauer der Familie Schwarz hineingefahren hatte.

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