SEK-Einsatz in Minden: Polizei stellt fast 100 Waffen und Attrappen sicher

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Beamte der Mindener Polizei haben mit Unterstützung des Spezialeinsatzkommandos Bielefeld am Donnerstagmorgen ein Haus in der Seydlitzstraße in Minden durchsucht. - © Nina Könemann
Beamte der Mindener Polizei haben mit Unterstützung des Spezialeinsatzkommandos Bielefeld am Donnerstagmorgen ein Haus in der Seydlitzstraße in Minden durchsucht. (© Nina Könemann)

Minden. Die Mindener Polizei hat am Donnerstag ein Haus in der Seydlitzstraße durchsucht. An dem Einsatz waren auch Beamte eines Bielefelder Spezialeinsatzkommandos (SEK) beteiligt. Ein 28-jähriger polizeibekannter Hausbewohner wurde dabei laut Polizei widerstandslos in Gewahrsam genommen. "Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Anwohner", sagte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auf Anfrage des Mindener Tageblatts.

Gegen 5.50 Uhr am Donnerstagmorgen seien laut Bericht eines Augenzeugen mehrere Mannschaftswagen der Polizei vorgefahren. Nach Angaben des Zeugen seien mehrere Nebelbomben geflogen, dann sei die Polizei "in voller Montur mit Schutzwesten, Helmen und Schild ins Haus gestürmt. Die Beamten hätten mehrere Kisten und Kartons aus dem Haus gebracht. Nach einer Dreiviertelstunde sei das SEK dann wieder abgezogen.

Äxte und eine Sense beschlagnahmt

Die Einsatzkräfte stellten rund 100 Gegenstände sicher. Darunter befanden sich zahlreiche Waffennachbildungen und Luftdruckwaffen wie Luftpistolen, Luftgewehre und Softairwaffen. Aber auch diverse Messer, Macheten und Äxte trugen die Ermittler aus dem Haus. Zudem wurden Baseballschläger gefunden, welche unter anderem mit Stacheldraht und Nägeln bestückt waren. Zudem waren auch eine Sense sowie Pfefferspray in dem Haus gelagert. Dass der Einsatz für die Beamten eine gewisse Brisanz hatte, zeigte der Umstand, dass fast alle gefährlichen Gegenstände griffbereit gelagert waren.

Wie Augenzeugen dem MT berichten, habe es in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit einer vom Einsatz betroffenen Person gegeben. Vor wenigen Tagen soll es zu einem Zwischenfall gekommen sein, der auch zur Anzeige gebracht worden sein soll. Daraufhin, erklärt ein Augenzeuge, seien Grundstück und Haus in den vergangenen Tagen mehrfach von Polizeibeamten angesteuert worden.

Schon länger Ermittlungen wegen "Bedrohung und Nachstellung"

Der 28-Jährige wurde im Laufe des Tages in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Gegen den Mann wird laut Polizei seit längerer Zeit wegen mehrerer Gewaltdelikte wie Körperverletzung, Bedrohung und Nachstellung ermittelt. Nach dem Erlass eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses hatten die Ermittler den Einsatz vorbereitet. Die Polizeiaktion dauerte rund sechs Stunden. Der Mindener machte keine Angaben und wird anwaltlich vertreten.

Die große Menge an sichergestellten Gegenständen muss nun in den kommenden Tagen genauer gesichtet und katalogisiert werden. Erst dann lässt sich abschließend sagen, ob sich darunter auch erlaubnispflichtige Waffen befinden. Der 28-Jährige verfügt über keinerlei waffenrechtliche Erlaubnisse.

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