Gericht droht Heidi K. mit Haftbefehl

Ärztliches Attest als unglaubwürdig eingestuft

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Heidi K.
Heidi K.

Darmstadt/Bielefeld (nw). Heidi K., wegen Freiheitsberaubung vor dem Landgericht Darmstadt stehende Lehrerin, ist am Freitag wieder vor Gericht erschienen. Zwei Verhandlungstage lang hatte K. sich mit Hilfe eines ärztlichen Attests entschuldigt - das das Gericht allerdings als wenig aussagekräftig eingestuft hatte.

Ein Psychiater begutachtete die Frau, die ihren Kollegen Horst Arnold unschuldig ins Gefängnis gebracht haben soll, deshalb noch einmal und kam zu dem Ergebnis, dass ihre Verhandlungsfähigkeit in keiner Weise eingeschränkt ist. K. sei lediglich "leichtgradig depressiv" und leide an einer "hysterionischen Persönlichkeitsstörung", früher schlicht "Hysterie" genannt.

Die Vorsitzende Richterin Barbara Bunk kritisierte K.s Fernbleiben und das ihrer drei Verteidiger deutlich: Wenn sich so etwas wiederhole, müsse die Lehrerin, die nach wie vor behauptet, Arnold habe sie vergewaltigt, mit einem Haftbefehl rechnen. Oder es werde ohne sie weiterverhandelt.

Der Prozess gegen die Frau, die früher an einem Gymnasium in Bielefeld gearbeitet hat, zieht sich ohnehin seit Wochen hin. Bunk plant, Ende August zu einem Urteil zu kommen.
     

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