SEK nimmt in Lippstadt den Falschen fest - Gesuchter ist gefasst

Dirk-Ulrich Brüggemann und Leandra Kubiak

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In Lippstadt läuft derzeit ein Einsatz der Polizei. - © Andreas Frücht/nw
In Lippstadt läuft derzeit ein Einsatz der Polizei. (© Andreas Frücht/nw)

Lippstadt. Am Bahnhof in Lippstadt lief Montagabend ein Großeinsatz der Polizei. Wie unter anderem der Westfälische Anzeiger berichtet, waren Polizei und Rettungskräfte mit einem Großaufgebot vor Ort, der Bahnhof Lippstadt sei weiträumig abgesperrt worden. Die Polizeistreifen, die die Zugwege zum Bahnhof abriegeln, sollen mit Maschinenpistolen bewaffnet gewesen sein.

In einem Zug, der nach Angaben der Polizei rund zwei Stunden im Bahnhof festgehalten wurde, wurde eine Person von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Wie die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, handelte es sich bei der Festnahme jedoch nicht um den eigentlich Gesuchten. Der Mann wurde wieder freigelassen. Die Einsatzkräfte seien nach Zeugenhinweisen angerückt, heißt es. Inzwischen konnte der tatsächlich Gesuchte in Hagen widerstandslos festgenommen werden.

Hinweise darauf, dass der Gesuchte eine Tötungsabsicht hatte

Zum Hintergrund: Die Polizei Lippe erhielt nach eigenen Angaben am Montagmittag durch den Arbeitgeber Kenntnis von einem zunächst vermissten Mitarbeiter. Aus dem näheren Umfeld des Mannes erfolgten Hinweise darauf, dass der Mann aus Hagen eine Tötungsabsicht gegen eine Einzelperson ankündigte. Da der Aufenthaltsort des 21-Jährigen und auch die Identität des möglichen Opfers zunächst unbekannt waren, wurden umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Es verdichteten sich Hinweise auf eine mögliche Bewaffnung mit einer Faustfeuerwaffe sowie seines möglichen Aufenthalts in seiner Heimatstadt Hagen. Nachdem es einen konkreten Hinweis auf den gesuchten Mann gegeben hatte, wurde dann der Zug aus Hagen in Richtung Paderborn in Lippstadt angehalten.

Polizei nimmt den Gesuchten gegen 20.30 Uhr in Hagen am Bahnhof fest

Gegen 20.30 Uhr kam es am Bahnhof in Hagen zum erfolgreichen Zugriff: Der 21-Jährige wurde von Hagener Polizeibeamten erkannt und vorläufig festgenommen. Die Beamten stellten bei der Durchsuchung eine Schreckschusspistole sicher. Die weiteren Ermittlungen zu dem Sachverhalt laufen.

Im Zugverkehr kam es in Folge des Einsatzes zu Ausfällen und Verspätungen. Zwischen Soest und Paderborn verkehrten vorübergehend keine Züge mehr. Für etwa zwei Stunden ruhte der Betrieb auf dem Bahnhof Lippstadt. Die Polizei entschuldigte sich bei dem Betroffenen und den Fahrgästen im Zug für die Unannehmlichkeiten.



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