Hitze im Anmarsch: Getränkehändler erwarten Kundenansturm

Friderieke Schulz

Erfrischung - © Foto: Oliver Berg
Für den Getränkehandel sind die Sommermonate die wichtigste Geschäftszeit des Jahres. (© Foto: Oliver Berg)

Düsseldorf - Die Getränkehändler rechnen zur bevorstehenden Hitzewelle in Deutschland mit einem Kundenansturm. "Die Abfüllung bei den Herstellern läuft auf Hochtouren", so Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand beim Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels.

Während der heißen Tage "explodiert" nach seinen Worten der Absatz: Es werde erfahrungsgemäß 140 bis 180 Prozent der üblichen Menge umgeschlagen. "Unsere Leute stellen sich auf Sonderschichten ein", sagte Guder.

In OWL sind die Getränkelager voll

Auch in Ostwestfalen-Lippe läuft die Getränkeproduktion auf Hochtouren. "Wir freuen uns, dass wir endlich loslegen können", sagt Christoph Bisweski, Sprecher von Carolinen. Natürlich sei dort die Getränkeabfüllung voll besetzt, doch kommt die Hitze auch nicht unerwartet und so haben nicht nur bei Carolinen alle bereits vorgearbeitet. Auch bei Herforder Pils oder bei Christinen berichten die Mitarbeiter von vollen Lagern und gut besetzter Abfüllung - auch schon an den vergangenen Feiertagen.

In den meisten Unternehmen, so auch bei Carolinen, werden während des Sommers eh die Schichten auf drei Zeiten ausgeweitet, um so viel Wasser wie möglich abzufüllen.

Niemand wird verdursten

Die Getränkefachgroßhändler, die Supermärkte und Gastronomiebetriebe beliefern sowie auch eigene Getränkemärkte unterhalten, stellten sich darauf ein. "Die gute Botschaft ist: Niemand wird in Deutschland verdursten", sagt Guder.  Allerdings sei es für die Betriebe schwieriger geworden, vor allem für den Transport Personal zu bekommen. "Es fehlen in der gesamten Transportbranche mehrere zehntausend Arbeitskräfte. Das macht auch dem Getränkefachgroßhandel zu schaffen", verdeutlichte er.

Sommertage machten sich besonders beim Mineralwasserabsatz bemerkbar. Auch Bisewski berichtet von der hohen Wassernachfrage. Besonders stilles Wasser, also solches ohne Kohlensäure, sei gefragt. "Je heißer es wird, desto weniger Kohlensäure wollen die Menschen", so der Sprecher. Jenseits der 25 Grad ziehe die Nachfrage an, weiß Guder. Dies sei im Getränkefachgroßhandel auch schon in den vergangenen Wochen zu spüren gewesen. Starke Absatzzuwächse gebe es bei Hitze auch bei alkoholfreien Bieren und alkoholfreien Biermischgetränken.

Die Brauer sind nach Verbandsangaben auf eine kräftig steigende Nachfrage vorbereitet. "Der Sommer und die Temperaturen kommen nicht überraschend. Darauf haben sich die Brauereien eingestellt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. "Dass wir im Juni Spitzen zum Teil ins Extreme sowohl bei den Temperaturen als auch beim Absatz haben, sind wir gewohnt."

Sommerwetter bei Brauereien willkommen

Ähnlich äußerte sich die Privatbrauerei Veltins. "Der Hof steht voll mit Lkw, die bis in die Abendstunden hinein verladen werden", sagte Sprecher Ulrich Biene. Das Sommerwetter sei willkommen. Der Mai 2019 sei für die Braubranche im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen ein vergleichsweise schwacher Monat gewesen mit einem Ausstoßrückgang von knapp zehn Prozent zum Vorjahresmonat. Damals hätten wärmere Tage, frühe Feiertage und die WM-Euphorie den Absatz beflügelt. Laut NRW-Verbandsdaten sei aber der Gesamtausstoß der Mitgliedsunternehmen in den ersten fünf Monaten 2019 insgesamt stabil geblieben.

Deutschland steht in der kommenden Woche große Hitze bevor. Vor allem für den Süden und den Südwesten erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) ab Dienstag Höchstwerte zwischen 38 und 39 Grad.

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