Als die Nasa Astronauten zum Training nach Bayern schickte

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Trainingsgebiet - © Foto: Stefan Puchner
Das durch einen Meteoriteneinschlag entstandene Nördlinger Ries weist ähnliche Gesteinsstrukturen auf, wie sie auf dem Mond zu finden sind. (© Foto: Stefan Puchner)

Nördlingen - Die Mondlandung der US-Amerikaner vor fast 50 Jahren verfolgten Millionen Menschen live vorm Fernseher. Eine kleine Stadt in Nordschwaben hat seit jener Zeit ein besonders enges Verhältnis zur Nasa: Die US-Raumfahrtbehörde schickte einst Astronauten zu einem Lehrgang nach Nördlingen.

Am 21. Juli 1969 hatten während der «Apollo 11»-Mission Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betreten. Ein Jahr später absolvierten vier Nasa-Astronauten zur Vorbereitung weiterer Mondmissionen ein geologisches Feldtraining im Nördlinger Rieskrater, der vor rund 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines einen Kilometer großen Asteroiden entstand. Auch die europäische Raumfahrtagentur ESA hat bereits mehrfach Astronauten nach Nördlingen zur Ausbildung geschickt.

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Unter den Astronauten, die im August 1970 nach Bayern kamen, war Alan Shepard, der Kommandant des Raumschiffes «Apollo 14». Er war 1961 der erste Amerikaner im All. Die Raumfahrer analysierten die Gesteinsformationen des Nördlinger Einschlagkraters, um solches Gestein gezielt auf dem Mond entdecken zu können. Zwei Jahrzehnte später stellte die Nasa der bayerischen Stadt rund 160 Gramm Mondgestein für das Rieskratermuseum zur Verfügung - es ist bis heute das Highlight der Ausstellung.

In Nördlingen wird nun in den kommenden Monaten an die besondere Beziehung der Region zum Weltall und zur Nasa erinnert. Das Rieskratermuseum in der schwäbischen Stadt zeigt bis März 2020 die Schau «Apollo - 50 Jahre Mondlandung». Beschrieben wird, wie der Mond zum Ziel eines beispiellosen Wettlaufs wurde. Mondaufnahmen zeigen Landestellen der Missionen und zurückgelassene Geräte. «Nördlingen und das Rieskratermuseum haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Apollo», sagt Museumsleiter Stefan Hölzl.

Der gigantische Meteoritenkrater rund um die Stadt ist bis heute ein Forschungsobjekt für Wissenschaftler. «Der Einschlag des Nördlinger Ries-Meteoriten ist eines der weltweit bedeutendsten Ereignisse der Erdgeschichte», heißt es vom Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Der etwa 24 Kilometer große Trichter im Grenzgebiet zwischen Bayern und Baden-Württemberg wurde lange für den Rest eines erloschenen Vulkans gehalten. 1960 nahmen US-amerikanische Geologen im Nördlinger Ries Gesteinsproben und fanden heraus, dass darin Quarze enthalten sind, die nicht bei irdischen Prozessen entstanden sein können - die sogenannte Impakttheorie war geboren.

Der Meteoriteneinschlag hatte einst binnen weniger Minuten die Landschaft auf einer Fläche von 7000 Quadratkilometern völlig verändert. Im Umkreis von rund 100 Kilometern wurde wohl jedes Leben durch eine enorme Druck- und Hitzewelle ausgelöscht, wie Forscher errechneten.

Der Krater ist heute ein großer Geopark. Auf Lehrpfaden, bei Führungen und in mehreren Infozentren werden Besucher über die Erdgeschichte informiert. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass der Geopark Ries von der Unesco als «Global Geopark» eingestuft wird. Die Entscheidung werde noch im April erwartet, teilte der Landrat des Kreises Donau-Ries, Stefan Rößle, kürzlich mit.

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