Detmold. Es ist ein Phänomen, das die Sicherheitsbehörden vor massive Herausforderungen stellt: Immer mehr junge Mädchen radikalisieren sich per Internet und Twitter und sympathisieren mit Islamisten der Terrororganisation IS. Zwei minderjährige Mädchen aus dem Raum Detmold wollten es nach Informationen dieser Zeitung nicht dabei bewenden lassen: Sie träumten von einer Zukunft an der Seite eines IS-Kämpfers und rissen von zu Hause aus.
Gestoppt wurden sie erst in der Türkei, kurz vor dem Übertritt über die syrische Grenze. Beide wollten offenbar in eine Art Frauenzentrum des Islamischen Staats, wo junge Frauen mit Kämpfern verkuppelt werden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Der Fall aus Lippe ist einer einer ganzen Reihe von Versuchen vor allem von Minderjährigen, sich den Terroristen als Unterstützerinnen anzuschließen. Im aktuellen NRW-Verfassungsschutzbericht wird auf das Problem hingewiesen. Nach Schätzungen sind zehn Prozent der Islamisten aus Westeuropa, die sich dem IS angeschlossen haben, Mädchen und junge Frauen.
LZ.de hatte auch schon über sechs junge Herforder berichtet, die für den IS aktiv waren.
2014 hatte das Beispiel dreier britischer Kinder für Aufsehen gesorgt, kurz darauf waren zwei minderjährige US-Amerikanerinnen nach einem Tipp des FBI in Frankfurt abgefangen worden.
Wie berichtet, bereiten Salafisten in OWL, vor allem in Herford, den Ermittlern Arbeit. Allein aus der Werrestadt haben sich mindestens vier Islamisten dem IS angeschlossen. Zwei kämpfen noch, einer wurde getötet. Gegen einen Rückkehrer aus Herford, der seit Januar in Untersuchungshaft sitzt, ermittelt der Generalbundesanwalt.